Shuffle
Beitrag zum Schreibwettbewerb echt? jetzt! von Xaver Egert, 22 Jahre
Als ich mich herantraue,
scheint die Realität bereits vermessen,
am grünen Tisch verteilt,
und abgeräumt.
Saubere weiße Wände durchziehen den Raum,
trennen Mögliches,
von Unmöglichem,
und Gewolltes,
von Ungewolltem.
Jenseits davon gibt es nur Oberflächlichkeit,
eine Monotonie,
zwischen Nullen und Einsen.
Wohin also wenden,
wenn hinter einem eine Wüste,
und vor einem eine Wand sich erstreckt?
Ich greife nach dieser Wand,
einem Impuls folgend,
und sie gibt ein wenig nach.
Kaum spürbar.
Die sanfte Vibration noch in den Fingern,
kratzt die Frage nach Neuanfang in meinem Kopf,
als ich unentschlossen,
mich zwischen Wüste und Mauer,
zu Boden setze.
Ein Blick zurück in die Wüste: Was hatte mich dort gehalten,
wenn nicht diese Mauer?
Ein Blick voran auf die Mauer: War dahinter Zukunft,
oder doch wieder nur Wüste?
Meine Unentschlossenheit wirbelt Staub auf,
meine Hände reiben über rauen Sand.
Ich blicke in den Himmel,
es ist beinahe Mittag.
Ich stehe auf,
blicke an mir herab.
Ein Neuanfang,
in diesem alten Körper?
Jedoch…
Ich blicke zurück. Die Wüste ist fort.
Nur schwarze Leere.
Ich und die Wand. Die Wüste ist fort.
Ich habe das Band bereits durchtrennt.
Ich schließe die Augen.
Wer bestimmt, wann eine Chance vertan,
wann ein Leben verwirkt ist?
Ich öffne meine Augen.
Solange ich noch lebe, habe ich noch Karten auf der Hand.
Ich werfe mich mit der Schulter gegen die Mauer.
Alle Infos zum Wettbewerb