Ohne Worte
Beitrag zum Schreibwettbewerb echt? jetzt! von Kristina Rancev, 21 Jahre
Das zu kleine Stofftuch, auf dem wir sitzen, ist an den Kanten schon feucht vom Rasen. Einzelne Halme kitzeln unsere Beine. Die Sonne strahlt kräftig, und durch den Park hören wir das Lachen spielender Kinder hallen.
Für einen Moment scheint die Zeit keine Rolle zu spielen.
Ich sehe zu meiner Freundin neben mir. Ein Blick genügt, und wir stehen auf. Wir wandern weiter durch den Park, der sich so weit erstreckt, dass graue Häuserfassaden aus unserem Blickfeld verschwinden.
Eine Steinstatue. Ich bleibe stehen. Es ist ein Denkmal. Meine Freundin wartet ebenfalls, und gemeinsam betrachten wir, wie das Moos den Stempel der Zeit setzt. Neben der Statue sitzt eine Person. Unbewegt sieht sie die ganze Zeit über auf ihr Handy.
Meine Freundin nickt, und wir gehen weiter.
Der Regen setzt ein. Andere rennen, wir verweilen mit unseren Regenschirmen. Als die Tropfen auf die Erde fallen und eine Melodie aus ihrem Prasseln erklingt, sehen wir uns beide an und müssen lachen. Ganz allein gehört der Park nun uns.
Ein Blick zurück zu dem Denkmal. Es liegt inzwischen weit hinter uns.
Wir gehen weiter, ohne Worte.
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Autorin / Autor: Kristina Rancev