Etwas, was wir alle wollen. Etwas, was wir alle brauchen. Und irgendwie auch etwas, was wir alle in uns tragen. Liebe muss nicht immer ein Mensch sein. Liebe kann dein Haustier sein, das jeden Tag auf dich wartet. Sie kann dein Hobby sein, in dem du alles um dich herum vergisst. Sie kann deine Familie sein, deine Freunde oder ein Ort, an dem du dich zuhause fühlst. Liebe kann sogar
etwas sein, was niemand außer dir versteht.
Jeder von uns möchte geliebt werden. Wir wollen jemanden haben, bei dem wir uns sicher fühlen, jemanden, bei dem wir nicht darüber nachdenken müssen, ob wir zu viel oder zu wenig sind. Jemanden, bei dem wir einfach sein können, ohne uns ständig zu fragen, ob wir so richtig sind. Aber bevor man jemanden wirklich lieben kann, muss man lernen, sich selbst nicht ständig zu verlieren.
Denn wenn du dich selbst nicht liebst, wirst du irgendwann anfangen, dich für andere zu verändern. Du wirst versuchen, schöner zu sein, ruhiger zu sein, weniger zu fühlen, weniger zu brauchen und weniger du selbst zu sein. Nicht weil du es willst, sondern weil du Angst hast, dass jemand geht, wenn du nicht so bist, wie er dich haben möchte. Aber Liebe sollte niemals verlangen, dass du dich selbst aufgibst. Wenn jemand dich nur liebt, wenn du dich veränderst, dann liebt diese Person vielleicht nicht wirklich dich, sondern das Bild von dir, das sie gerne hätte. Liebe bedeutet nicht, jemanden perfekt zu machen. Liebe bedeutet, jemanden auch an den Tagen zu wollen, an denen er nicht perfekt ist. An den Tagen, an denen alles zu viel ist. An den Tagen, an denen man weint, zweifelt, Fehler macht oder einfach nicht weiß, wohin mit sich selbst.
Liebe bedeutet, dass dieser Mensch nicht nur dein Gesicht sieht, sondern auch das, was dahinter liegt. Deine Gedanken. Deine Ängste. Deine Träume. Deine Fehler. Deine Vergangenheit. Und trotzdem bleibt etwas in ihm, das sagt: ich will dich Denn Liebe ist nicht nur das schöne Aussehen von jemandem. Es ist nicht der Körper, nicht die Haare, nicht das Lächeln und auch nicht das Gefühl, jemanden vorzeigen zu können. Irgendwann verändert sich all das. Aber wenn die Liebe echt ist, bleibt das, was einen Menschen im Inneren ausmacht. Liebe ist auch nicht der Junge, der dich auf gelesen lässt und dich danach stundenlang darüber nachdenken lässt, was du falsch gemacht hast. Liebe ist nicht, ständig auf eine Nachricht zu warten und dabei sein eigenes Leben zu vergessen. Liebe ist nicht, um Aufmerksamkeit betteln zu müssen. Und Liebe ist schon gar nicht etwas, bei dem einer alles gibt, während der andere nur nimmt.
Es ist okay, für seine Liebe zu kämpfen. Aber es ist nicht okay um liebe zu kämpfen. Für jemanden zu kämpfen bedeutet, dass beide Seiten es wollen. Dass beide versuchen, etwas zu retten. Dass beide Fehler machen dürfen und trotzdem versuchen, sich nicht gegenseitig zu
verlieren. Aber um Liebe zu kämpfen bedeutet manchmal, dass nur einer festhält. Und irgendwann muss man verstehen, dass man nicht jeden Menschen davon überzeugen kann, einen zu lieben. Man kann sich noch so sehr bemühen, noch schöner, noch verständnisvoller, noch geduldiger und noch perfekter werden – wenn jemand dich nicht will, kannst du dich nicht so lange verändern, bis du plötzlich die richtige Person für ihn bist.
Manchmal halten wir an Menschen fest, weil wir nicht akzeptieren wollen, dass das, was wir uns mit ihnen vorgestellt haben, niemals passieren wird. Wir lieben nicht nur die Person, sondern auch die Zukunft, die wir mit ihr im Kopf gebaut haben. Und manchmal tut nicht einmal das Loslassen der Person am meisten weh, sondern das Loslassen von all den Hoffnungen, die man mit ihr verbunden hat.
Doch Liebe sollte sich nicht wie ein ständiger Kampf gegen sich selbst anfühlen. Die einzige Person, von der du dein ganzes Leben lang abhängig sein solltest, bist du selbst. Denn Menschen können gehen. Freundschaften können zerbrechen. Beziehungen können enden. Menschen, von denen du dachtest, sie würden für immer bleiben, können irgendwann nur noch eine Erinnerung sein. Aber du bleibst. Du bist die Person, die jeden Morgen mit dir aufsteht und jeden Abend mit dir einschläft. Du bist bei dir, wenn niemand sonst da ist. Du kennst deine dunkelsten Gedanken, deine größten Ängste und all die Seiten von dir, die du anderen vielleicht niemals zeigst. Deshalb sollte die Liebe zu dir selbst nicht die letzte sein, an die du denkst.
Du darfst jemanden lieben, ohne dich selbst dabei zu verlieren. Du darfst jemanden vermissen, ohne ihm hinterherzulaufen. Du darfst um jemanden kämpfen, solange du dabei nicht gegen dich selbst kämpfst. Und du darfst jemanden loslassen, obwohl du ihn noch liebst.
Denn loslassen bedeutet nicht immer, dass man aufgehört hat zu lieben. Manchmal bedeutet loslassen einfach, dass man endlich verstanden hat, dass Liebe alleine nicht immer reicht. Und vielleicht ist genau das eine der schwierigsten Arten von Liebe jemanden gehen zu lassen, obwohl ein Teil von dir noch bleiben möchte. Am Ende sollte Liebe kein Gefängnis sein, in dem du dich selbst verlierst. Sie sollte ein Ort sein, an dem du dich selbst wiederfindest. Und vielleicht ist die schönste Liebe nicht die, bei der du jemanden brauchst, um vollständig zu sein. Sondern die, bei der du bereits vollständig bist und trotzdem jemanden findest, mit dem du dein Leben teilen möchtest.
Denn du solltest niemals weniger du selbst werden, nur damit jemand anderes bleibt. Die richtige Liebe wird dich nicht dazu bringen, dich selbst zu verlieren.