Deutschland sucht die Super-Sorge

Umfrage: Deutsche haben Angst vor Abschwung und Naturkatastrophen

„Die Ängste der Deutschen 2010“ heißt die aktuelle Studie der R + V Versicherung, für die breits zum 20. Mal rund 2400 BürgerInnen ab 14 Jahren zur ihren größten Sorgen befragt wurden.

*Angst vor Wirtschaftsabschwung ist die Top-Angst*
Zu den Top-Ängste zählen demnach - wie schon in den vorausgegangenen Studien - vor allem die Sorgen um eine intakte Wirtschaft: Mehr als zwei Drittel der Bundesbürger fürchten sich vor steigenden Lebenshaltungskosten und Wirtschaftsabschwung. Knapp gefolgt werden die Sorgen um das materielle Wohl von Staat und BürgerInnen von der rasant angestiegenen Angst vor Naturkatastrophen. 64 Prozent fürchten sich davor ganz fürchterlich - angeheizt durch die 2010 dominierende Berichterstattung über Ölpest, Vulkanausbrüche & Co.

Angst vor unfähiger Politik

Auf Platz vier der Super-Sorgen liegt die Angst, dass Politiker die zunehmenden Probleme des Staates nicht mehr in den Griff kriegen. Rücktritte und Zankereien innerhalb politischer Lager erwecken bei den BürgerInnen den Eindruck, die PolitikerInnen seien von ihren Aufgaben komplett überfordert. 83 Prozent der Bürger bewerten die Arbeit der Politiker mit den Schulnoten 4, 5 oder sogar 6.

Angst vor Überalterung

Viele Sorgen gelten auch der Überalterung der Gesellschaft und die Angst, selbst zum Pflegefall zu werden. Die Diskussionen über die Gesundheitsreform haben den BürgerInnen  vor Augen geführt, dass die für viele Leistungen in Zukunft selbst aufkommen müssen. Nun  bangen 47 % um ihren Lebensstandard im Alter.

Eltern haben Angst vor Drogenexzessen

Die Angst vor der Altersversorgung wird knapp gefolgt von der Sorge, der Nachwuchs können Alkohol-und Drogenexzessen anheim fallen. Koma-Trinken, Flatrate-Parties und Meldungen über komatöse Jugendliche haben dieser Sorge eine Top-Platzierung beschert.

Noch mehr Ängste

Die Kriegsangst hat mit 42 Prozent den höchsten Stand seit 7 Jahren erklommen, die bei Frauen übrigens stärker ausgeprägt ist als bei Männern. Die Angst vor terroristischen Angriffen ist hoch, wesentlich höher als die viel realistischere Sorge, Opfer einer Straftat zu werden. Mit 23% ist die Furcht, die Partnerschaft können zerbrechen, das Schlusslicht der Sorgen.

Insgesamt sind die Ängste im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen und erreichen erstmals seit 2005 wieder ein Höchstniveau. Dabei blicken Männer der Studie zufolge offenbar besonders sorgenvoll in die Zukunft. Nur eine Sorge belastet die Deutschen weniger als im vergangenen Jahr: die Angst vor Arbeitslosigkeit in Deutschland.

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Autorin / Autor: Redaktion / Pressemitteilung - Stand: 10. September 2010