Eigenes Handauflegen hilft
Studie: Berührung macht Schmerz erträglicher
Autsch! Wenn wir gegen eine Tischkante rennen, uns verbrennen oder umknicken, greifen wir automatisch an die verletzte Stelle und umklammern diese, wenn möglich. Das hat seinen guten Grund: Wie Wissenschaftler des University College London (UCL) herausgefunden haben, hilft das Handauflegen, um leichte Schmerzen zu lindern. Allerdings nur unter gewissen Grundvoraussetzungen: So muss es beispielsweise die eigene Hand sein. Wenn jemand anders die Verletzung berührt, hilft das gar nichts gegen den Schmerz, so die britischen Forscher.
Für ihre Untersuchungen fügten sie den TestteilnehmerInnen mithilfe der Hitzeillusion TGI (Thermal Grill Illusion) schmerzhafte Impulse zu, allerdings ohne ihnen dabei tatsächlich wehzutun. Bei dieser Methode tauchten sie die Zeige- und Ringfinger der Freiwilligen in etwa 43 Grad Celsius warmes, den Mittelfinger gleichzeitig in kühleres Wasser (etwa 14 Grad Celsius). Paradoxerweise verspüren die Testpersonen dabei im Mittelfinger einen Hitzeschmerz. Wenn die Forscher nun beide Hände auf diese Weise in Wasser tauchten und die Testpersonen unmittelbar darauf die drei entsprechenden Finger beider Hände aufeinander hielten, sank die schmerzhafte Hitzeempfindung des Mittelfingers im Vergleich zum Versuch ohne Selbstberührung um 64 Prozent. Doch leider funktionierte der Test nur unter genau diesen Bedingungen. Pressten die TeilnehmerInnen nur zwei Finger aufeinander, so half die Berührung nichts. Der Schmerz ließ nur dann sofort nach, wenn beide Körperhälften symmetrisch eingesetzt wurden.
Die Forscher nehmen an, dass die Empfindung von Schmerz auch davon abhängt, wie das Gehirn diese Signale in das Gesamtbild des Körpers integriert. Sie verweisen dabei auf den Phantomschmerz, d.h., Schmerzen, die auftreten, obwohl das entsprechende Körperglied nicht mehr vorhanden ist. Hier lassen die Phantomschmerzen dann nach, wenn das Gehirn sich an das neue Körperbild gewöhnt beziehungsweise das Bild des fehlenden Körpergliedes schrittweise „verdrängt“ hat.
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Autorin / Autor: Redaktion - Stand: 29. September 2010