Magisch, aber nicht harmlos!
drugcom.de klärt auf über „magic mushrooms“
Wer im Herbst auf der Suche nach dieser speziellen Sorte Pilzen ist, die nicht als schmackhafte Beilage auf dem Sonntagsbraten landen, sondern vielmehr berauschte Geisteszustände hervorrufen sollen, sollte vorsichtig sein, denn die sogenannten „magic mushrooms“ (engl. magische Pilze) sind nicht harmlos! Halluzinogene Pilze können zu schweren psychischen Störungen führen und sind manchmal sogar tödlich. Davor warnt die Internetredaktion der Jugendplattform drugcom.de der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Im "Topthema" des Monats Oktober findet ihr Infos und Hintergründe über Fliegenpilz, Pantherpilz und Psilocybin-haltige Pilze.
Besondere Warnungen gelten dem zwar lustig gepunkteten, aber nicht gerade ungefährlichem Fliegenpilz. Er wird wegen seiner halluzinogenen Wirkung gezielt konsumiert, um sich in einen Rausch von Zeitlosigkeit, Euphorie und geschärfter Sinneswahrnehmung zu begeben. Der Konsum kann aber auch Angst- und Panikattacken auslösen und zu gefährlichen Vergiftungserscheinungen wie Schwindel, Erbrechen und Durchfall führen. Bei größeren Mengen kann es auch zu Muskelzuckungen und Verwirrtheitszuständen kommen, oder schlimmer noch zu Bewusstlosigkeit oder Komazuständen.
Psilocybin hat Ähnlichkeit mit Serotonin
Die meisten Pilze, die hierzulande als Rauschmittel konsumiert werden, enthalten laut Drugcom Psilocybin. Dieser halluzinogene Wirkstoff ist in über 100 psychoaktiven Pilzen enthalten. Im Körper wird Psilocybin zu Psilocin, was dem körpereigenen Botenstoff Serotonin gleicht. Die berauschende Wirkung geht also von Psilocin aus.
*Mystische Erfahrung versus Horrortrip*
In verschiedenen Studien wurde nachgewiesen, dass Psilocybin einer hohen prozentualen Anzahl von Testpersonen eine „vollkommene mystische" Erfahrung beschert, allerdings hatten diese ProbandInnen angegeben, auch schon vorher religiöse oder spirituelle Neigungen gehabt zu haben. Bei mehr als 20 Prozent liefen die Psilocybin-Erfahrungen allerdings aus dem Ruder: aus anfänglich noch recht spaßigen optischen Verzerrungen („Hallus“) wurde nach einiger Zeit ein Horrortrip, der zu großen Angstattacken führte.
*Dosierung ungewiss*
Weil man nie genau weiß, wie viel Psilocybin in Pilzen enthalten ist, geht man beim Rauschpilzkonsum also immer ein unkalkulierbares Risiko ein. Es gab schon tödliche Unfälle, weil ein Zuviel des Wirkstoffs zu ernsthaften psychischen Desastern führte.
Also: Lieber doch nur bei den Pilzen für den Sonntagsbraten bleiben ;-).
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Autorin / Autor: Redaktion/ drugcom.de - Stand: 1. Oktober 2010