Zurück in die City

Studie: Vor allem Jüngere zieht es wieder in die Innenstadt

Noch vor einiger Zeit machten sich viele StadtplanerInnen Sorgen um die Vereinsamung und Verwahrlosung der Innenstädte. Jetzt wächst die Innenstadtbevölkerung nach Jahren der Stagnation wieder, vor allem in den Großstädten. Inzwischen leben hierzulande rund 24 Millionen Menschen in Innenstädten. Besonders junge Erwachsene zwischen 18 und 29 Jahren wählen wieder das Stadtzentrum als Wohn- und Arbeitsort.

Eine aktuelle Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) hat Daten zu Alter und Nationalität der Wohnbevölkerung aus 85 Städten mit mehr als 60.000 Einwohnern ausgewertet. Bei mehr als 75 Prozent der untersuchten Städte zeigte sich, dass sich Innenstädte deutlich dynamischer entwickeln als die Stadtränder, die vielerorts EinwohnerInnen verlieren. Vor allem an den Rändern ostdeutscher Städte leben immer weniger Kinder und Jugendliche, während gleichzeitig die Zahl der über 60-Jährigen zunimmt. Ein Grund für den vermehrten Zuzug in die Innenstädte liegt darin, dass viele Wohnviertel durch umfangreiche Sanierungen wieder attraktiver geworden sind.

Innenstadt-BewohnerInnen sind jünger

Innenstadt-BewohnerInnen sind im Vergleich zu Stadtrand-EinwohnerInnen jünger, und der Altersunterschied wird sich laut der Studie weiter vergrößern. Eine Ursache vermuten die ForscherInnen darin, dass in den Innenstadtgebieten viel mehr Weg- und Zuzugsbewegungen stattfinden. Fast jede/r Zweite zieht im Durchschnitt alle fünf Jahre um. Am Stadtrand und in kleineren Gemeinden sind die Menschen deutlich stärker verwurzelt. Ob sich der Trend zurück zum Wohnen in der Innenstadt fortsetzt, bleibt angesichts der demografischen Entwicklung jedoch unklar, da der Anteil der Jüngeren an der Gesamtbevölkerung weiter abnehmen wird.

Warum die Altstadt oft ein Multikultizentrum ist

Neben der Alterstruktur war auch die Nationalität der InnenstadtbewohnerInnen ein Thema der Studie. Da viele Zuwanderer aus dem Ausland zunächst Wohnungen mit günstigen Mieten suchen, landen die meisten zuerst in innerstädtischen Altbauwohnungen, die geringer ausgestattet sind. Oft haben sie kein eigenes Bad, keine Zerntralheizung etc. Daher ist in den meisten untersuchten Innenstädten der MigrantInnen-Anteil höher als in den städtischen Randbereichen. Rund 14 Prozent der Innenstadtbewohner haben keinen deutschen Pass, am Stadtrand sind es dagegen nur 8 Prozent.

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Autorin / Autor: Redaktion/ Pressemitteilung - Stand: 26. Oktober 2010