Nadine gibt Stromspartipps, die die Erde doch noch retten könnten..

Es ist Samstagabend, die Geburtstagsparty der besten Freundin steht an. Jede will die Hübscheste sein. Um besonders hervorzustechen müssen die Haare zu einer besonders ausgefallenen Frisur zurecht gemacht werden. Damit die Frisur dann auch jede noch so verrückte Tanzakrobatik aushält, wird zum Schluss noch eine ordentliche Portion Haarspray reingepfeffert. Um zu vermeiden, dass sich der Körpergeruch bei dem vielen Herumgehopse nicht breit macht wird auch noch mal ordentlich Deo unter die Achseln gesprüht. Und keine/r denkt darüber nach, was diese Gase neben dem Festigen der Frisur oder Überdecken des Achselgeruchs noch bewirken…
*Der Weltklimabericht 2007*
Im Februar 2007 legte die internationale Expertenkommission in Paris dramatische Fakten des Klimawandels auf den Tisch. Die Kommission forderte mit dem Weltklimabericht, auch „Climate Change 2007“ genannt, die weltweite Klimapolitik dazu auf, schnellstmöglich zu handeln. Und diesmal gibt es keinen Zweifel mehr: Wir Menschen, also wirklich jede/r einzelne von uns, trägt zu der Klimakatastrophe bei. Alle fünf Jahre legt die IPCC (= intergovernmental panel of climate change), das ist der Internationale Klimawandelausschuss, Rechenschaft über die aktuelle Lage der Umwelt ab, um politisch gegen zu steuern. Der jüngste Bericht, an dem über 600 AutorInnen aus 130 Ländern gearbeitet haben, besteht allein in der Kurzfassung schon aus 21 Seiten. Inhalt sind diverse Forschungsergebnisse von ca. 2500 wissenschaftlichen ExpertInnen.
*Warum verändert sich das Klima überhaupt?*
Im Prinzip verändert sich das Klima ständig. Jedoch noch nie so schnell wie heute, und neu ist auch, dass diesmal jede/r einzelne dafür verantwortlich ist. Dass es immer wärmer wird, liegt vor allem an dem so genannten Treibhauseffekt. Ein Beispiel: Jede/r kennt die Glashäuser für Pflanzen, die vielleicht sogar im Garten stehen. Das Glasdach sorgt dafür, dass Sonnenstrahlen hineingelangen, Wärmestrahlen jedoch nicht wieder entweichen können. Ähnlich wie das Glasdach wirken in unserer Atmosphäre bestimmte Gase. Die wichtigsten sind Kohlendioxid, Methan, Fluorkohlenwasserstoffe und Lachgas. Sie lassen die einfallenden Sonnenstrahlen passieren, verhindern aber, dass die Wärme, die von der Erde zurückstrahlt wird, in den Weltraum entweichen kann. Und dadurch erhöht sich dann die Temperatur auf der Erde. Doch eigentlich ist der Treibhauseffekt für die Erde notwendig, denn ohne ihn wäre kein Leben möglich. Die Durchschnittstemperatur würde weit unter null Grad Celsius liegen.
*Ursachen: Unser Energieverbrauch und das Fällen von Bäumen*
Der stetig zunehmende Kohlenstoffdioxid-Gehalt in der Luft ist eine der Ursachen. Bis zu 78 Prozent gehen auf die Nutzung von Erdöl, Erdgas, Braun- und Steinkohle zurück. Diese „fossilen Brennstoffe“ werden zum Antreiben von Automobilen verwendet oder auch zum Heizen in Haushalten. Doch auch die Landnutzungsänderung trägt zu 22 Prozent dazu bei, dass sich der Treibhauseffekt um ein Vielfaches verstärkt. Zur Landnutzungsänderung zählt zum Beispiel das Fällen von Bäumen. Sie sind in der Lage, Kohlenstoffdioxid aus der Luft aufzunehmen. Deswegen sind vor allem die tropischen Regenwälder in Südamerika lebensnotwendig für unser Klima und haben den Spitznamen: „grüne Lunge der Erde“.
*Schlimme Folgen des Klimawandels*
Dem „Weltklimabericht“ zufolge gehen ForscherInnen davon aus, dass bis zum Jahre 2100 der Meeresspiegel um 80 Prozent ansteigen wird. Und auch die Durchschnittstemperatur könnte in diesem Zeitraum um bis zu 6,4 Grad Celsius zunehmen. Im ersten Moment scheint es euch vielleicht nicht viel vorzukommen, doch die Veränderungen des Temperaturanstiegs sind schon heute zu spüren. Nord- und Südpol weisen die deutlichsten Folgen des Klimawandels auf. Immer mehr Eis schmilzt weg. Seit 1978 verzeichnet das Eis in der Arktis einen Rückgang von bis zu 22 Prozent. Man schätzt, dass bei weiterer Kohlenstoffdioxid-Belastung der Nordpol in etwa 34 Jahren eisfrei sei. Und ist das Eis weg, werden Eisbären und viele andere Tierarten sterben. So mit werden auch die Gletscher in den Alpen schmelzen. Bereits heute brechen riesen große Felsen im tibetischen Hochgebirge ab.
*Tiere und Pflanzen verlieren ihr Zuhause*
Bereits jetzt sind viele Tiere gezwungen, ihren Lebensraum zu wechseln. In Brandenburgs Flüssen sind Süßwassergarnelen entdeckt worden; Singvögel, die sonst nur am Mittelmeer zu finden sind, schwirren auf dem Festland rum; die Orkawale (Freewilly) zieht es in Folge der Eisschmelze höher in den Norden. Und schon vor einigen Jahren tauchte ein Goldschakal in der Lausitz auf. Und nicht nur Tiere, sondern auch viele Pflanzenarten verlieren durch den Lebenswandel ihren Lebensraum. Wüsten werden Feuchtgebiete ersetzen. Viele Ökosysteme verlieren ihr Gleichgewicht: Raupen schlüpfen zu spät, der Kabeljau laicht zu früh (das bedeutet: ihre notwendigen Nahrungsmittel sind noch nicht reif und die Jungen müssen verhungern).
*Inseln und Meeresregionen verschwinden im Meer*
Aber natürlich müssen auch wir Menschen uns auf einiges gefasst machen. Durch das schmelzen der Pole steigt der Meeresspiegel an. So können einige Inseln und auch Küstenregionen im Meer untergehen. Den Forschern zu Folge werden wir immer häufiger von extremen Wetterereignissen, wie Stürmen, Überschwemmungen etc. zu hören kriegen. Es wird vor allem vor Wassermangel und Ausbreitungen von Infektionskrankheiten gewarnt. Die Folgen des Klimawandels könnten eine der größten Wirtschaftskrisen dieser Geschichte auslösen!!!
*Ist der Klimawandel noch aufzuhalten?*
Wie anfangs bereits erwähnt, verändert sich das Klima ständig. Somit ist es unvermeidbar, dass sich die Erde erwärmt. Und selbst, wenn es möglich wäre, den Ausstoß von Kohlenstoffdioxid einzustellen, was heißen würde, dass unter anderem kein Auto mehr gefahren werden darf, würde die Temperatur auf der Erde noch einige Jahrzehnte weiter zunehmen. Wieso? Weil schon ein einziges Kohlenstoffdioxid-Molekül bis zu 200 Jahren in der Atmosphäre überleben kann!
*Alle müssen mitmachen*
Das heißt jetzt aber nicht, dass die Situation völlig hoffnungslos ist. Wichtig ist nämlich, dass das Klima sich nicht in so einem rasanten Tempo verändert. Die schlimmsten Folgen können verhindert werden, wenn die Erwärmung die Zwei-Grad-Barriere nicht überschreitet. Dazu müssten wir jedoch den Treibgasausstoß weltweit reduzieren. Ein Grundstein zur Verringerung des Ausstoßes wurde bereits 1997 gelegt. Deutschland und einige andere Länder haben sich dazu verpflichtet, den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2012 um mindestens fünf Prozent zu reduzieren. Doch wie es anders nicht sein kann, macht eins der größten Länder, die USA, nicht mit. Natürlich müssen auch alle Politiker der Welt dafür sorgen, dass in ihrem Land etwas zum Klimaschutz beigetragen wird. Den ersten Schritt hat bereits Al Gore, Ex-US-Vizepräsident, gemacht. Am 7. Juli diesen Jahres sollen unter dem Namen „Live Earth“ weltweit 24 Stunden lang an die 100 Rock- und Popstars auftreten.
Autorin / Autor: Nadine - Stand: 26. Februar 2007