Wie bitte...? Menstruationstasse?

pfefferminztea hat eine umweltfreundliche Alternative zu Binden und Tampons gefunden.

Menstruationscup; Quelle: Wikimedia Commons, Photograph by jip_26

Ich muss gestehen, ich habe nie so richtig daran geglaubt, dass ich auch während meiner Tage noch alles machen kann, was ich sonst gern tue. Einmal deswegen, weil meine Periode meistens ziemlich schmerzhaft verläuft, aber auch weil – ich gestehe es – bei all den unterschiedlichen Artikeln zur Monatshygiene, die es inzwischen gibt, für mich nie so das nonplusultra dabei gewesen zu sein schien. Obwohl ich inzwischen äußerst selten solche Unfälle erlebe wie einmal vor ein paar Jahren, als ich mit weißer Hose unterwegs war und meine Tage bekommen habe – das Ergebnis könnt ihr euch vorstellen – und ich eine Zeit lang mit Tampons recht glücklich war, so richtig entspannt konnte ich auch meine schmerzfreien Tage nie angehen. Dazu muss ich sagen, dass ich nicht besonders organisiert bin und mich immer zwingen musste, daran zu denken, auch Tampons einzustecken. Aber was ich im Folgenden entdeckt habe, hat sicherlich auch für die besser organisierten Lizzys unter meinen Lesern so seine Reize, nicht zuletzt finanzielle.

Keeper?

Am Anfang dieser Liebesgeschichte steht eine meiner Phasen, während der ich Stunden damit verbracht habe, Internetseiten zur „alternativen“ und umweltfreundlichen Lebensführung zu durchforsten. Eines Mittags saß ich auf einmal wie elektrisiert vor dem Laptop, nachdem ich das Stichwort „Keeper“ entdeckt hatte – ein paar Klicks und mir war sehr schnell klar, dass es sich dabei um etwas handelt, was ich unbedingt ausprobieren muss.

Wie benutzt frau diese Menstruationstasse?

Mit „Keeper“ ist in diesem Zusammenhang natürlich keineswegs etwas gemeint, das mit Fußball zu tun hat. „Mein“ Keeper ist kein Torwart, der die Bälle draußen, sondern eine sogenannte Menstruationstasse, die das Blut drinnen halten soll. Menstruationstasse? Zugegeben, der Begriff ist etwas seltsam, aber zur Entschuldigung des Erfinders (oder wohl eher, der Erfinderin) sei gesagt: es handelt sich dabei nur um die Übersetzung des Englischen „menstrual cup“.  Vorzustellen hat frau sich darunter einen kleinen, nach unten rund zulaufenden Becher aus Silikon oder Kautschuk von etwa drei bis vier Zentimeter Durchmesser, der wie ein Tampon in die Scheide eingesetzt wird.

Anders als ein Tampon allerdings saugt er die Menstruationsflüssigkeit nicht auf, sondern fängt sie lediglich ein, bis er das nächste Mal auf der Toilette entleert wird. Schmerzhaft ist eine Menstruationstasse nur, wenn man sie nicht richtig zu handhaben weiß: am besten vor dem Einführen etwas mit Wasser anfeuchten, dann flutscht die Sache besser. ;-) Natürlich lässt sich ein solcher Becher nicht einfach wie ein Tampon reinschieben, sondern er wird im leeren Zustand mit den Fingern einer Hand zusammen gedrückt – dazu gibt es sogar eigene Falttechniken, für diejenigen, die etwas kreativer werden wollen – und erst nach dem Einsetzen wieder losgelassen. Kleine Löcher unter dem Rand sorgen dabei dafür, dass Luft nachströmen kann und sich eine Art Siegel bildet, das verhindert, dass Blut an der Tasse vorbei nach außen gelangt.

Bildnachweis:

Menstruationscup; Quelle: Wikimedia Commons, Photograph by jip_26

Autorin / Autor: pfefferminztea - Stand: 16. September 2008