Klingelton-Check im Unterricht?

Rheinland-Pfalz will Verbraucherbildung im Unterricht verankern

Klingeltonabos, Musikdownloads, XXL-Menüs - vor allem Kinder und Jugendliche verlieren schnell die Übersicht, wenn sie mit Konsumangeboten überflutet werden, deren finanzielle und rechtliche Konsequenzen sie nicht einschätzen können. In Rheinland-Pfalz hat der Landtag darum eine "Richtlinie zur Verbraucherbildung an allgemeinbildenden Schulen" verabschiedet. Mit ihr soll die Verbraucherbildung landesweit in allen allgemeinbildenden Schulen und allen Jahrgangsstufen fächerübergreifend ein fester Bestandteil des Schulalltags werden. Verbraucherschutzministerin Margit Conrad und Bildungsministerin  Doris Ahnen wollen Jugendliche "fit für den Verbraucheralltag machen, damit sie reflektiert und selbstbestimmt Konsumentscheidungen treffen können". Vermittelt werden sollen  Informationen zu einem gesunden Lebensstil ebenso wie Kenntnisse im Umgang mit Finanzprodukten oder mit Angeboten aus der digitalen Medienwelt, Regelungen des Datenschutzes oder Hintergründe für Konsumentscheidungen – wie die Wirkung von Werbebotschaften.

Warentests im Unterricht

Dass die Schule das nicht alleine leisten kann, ist den beiden Ministerinnen bewusst, dennoch könne sie entscheidende Beiträge leisten. In Kooperation mit Verbraucherschutzorganisationen, Beratungsstellen, Sozial- und Wirtschaftsverbänden sowie Behörden, die auf dem Feld des Verbraucherschutzes aktiv sind, soll der Unterricht durch praktische Projekte bereichert werden - etwa durch Warentests, die Konzeption einer eigenen Werbekampagne oder konsumkritische Stadtspaziergänge.

Wenn ihr also in Rheinland-Pfalz die Schule besucht und enagierte LehrerInnen habt, dann dürft ihr euch vielleicht bald auf Gummibärchen-Tests, Zahnpasta-Checks oder Klingeltonvergleich im Unterricht freuen ;-).

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Autorin / Autor: Redaktion / bikl - Stand: 29. Dezember 2010