Vergessene Realschule

VBE fordert mehr Unterstützung für solide Schulform

"Bei all den heißen Diskussionen um die Dauer der Gymnasialzeit und die Überführung der Hauptschulen in neue Werkrealschulen ist eine Schulart völlig aus dem Blickwinkel gerutscht: die Realschule, die seit Jahren eine verlässlich gute Arbeit abliefert und von der man kaum Klagen vernimmt, obwohl die Klassen meist aus allen Nähten platzen“, sagt Gerhard Brand, Vorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Würt­temberg. Es wäre an der Zeit, jetzt etwas für die Realschulen zu tun.

In den Realschulen werde solide Arbeit geleistet, unterstreicht der VBE-Chef. Das sei sicher auch mit ein Grund, warum diese Schulart so wenig in die Schlag­zeilen der Presse gerate. Schüler, Eltern und Lehrer seien mit „ihrer“ Realschule hochzufrieden, auch wenn an dieser Schulart noch einiges zu verbessern wäre.

Viel zu große Klassen

Ein großes Ärgernis seien die meist bis zum Teiler 31 vollgefüllten Klassen, die durch Abbrecher aus den Gymnasien während des Schuljahres immer wieder auch über der Schülerhöchstzahl geführt werden müssen.

So erfreulich die Senkung des Klassenteilers für Grundschulen auf 28 im ak­tuellen Schuljahr auch gewesen sei, so dürfen die anderen Schularten bei den Klassengrößen nicht aus den Augen gelassen werden, warnt Brand.

Die vorgesehene Senkung des Klassenteilers bis auf 28 Schüler sei auch an Realschulen zwingend notwendig und dürfe keinesfalls an finanziellen Hürden scheitern. „Dass von Realschulseite viel zu wenig Klagen öffentlich geäußert werden, heißt noch lange nicht, dass Schüler, Eltern und Lehrer dort nicht unter den zu vollen Klassen und anderen Missständen leiden würden“, sagt der VBE-Chef. Den Realschulen müssen deutlich mehr Stunden für die individuelle Förderung der Schüler zugewiesen werden. Während Gymnasien Finanzmittel für zusätzli­che Hausaufgabenbetreuung erhalten und den Hauptschülern Pädagogische As­sistentinnen zur Seite stehen, lässt man die Realschüler hier völlig im Regen ste­hen. „Die Politik muss daher umgehend aktiv werden“, fordert Brand.

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Autorin / Autor: Redaktion/ Pressemitteilung - Stand: 5. Januar 2010