Alternativlos

Unwort des Jahres 2011 gekürt

Das „Unwort des Jahres“ 2010 steht fest. Es lautet: "alternativlos". Kanzlerin Merkel hatte den Begriff in Zusammenhang mit der Griechenlandhilfe gebraucht. Aber auch andere PolitikerInnen hatten den Begriff verwendet, um bei heiklen Themen jegliche Diskussion schon im Vorfeld im Keim zu ersticken.
Die Jury begründete ihre Entscheidung für den Ausdruck, der in den Medien schon länger als Favorit gehandelt wurde, damit, dass er in unangemessener Weise suggeriere, dass es bei einer solchen Entscheidung von vornherein keine Alternativen und damit auch keinen Grund zur Diskussion oder Argumentation gebe. Die Jury unter dem Vorsitz des Germanisten Horst Dieter Schlosser wählte den Begriff bei der 20. Unwort-Wahl aus über 1100 Vorschlägen aus.

Was wird zum Unwort gekürt?

Zum Unwort werden sprachliche Missgriffe in der öffentlichen Kommunikation gekürt, die besonders negativ aufgefallen sind, weil sie sachlich grob unangemessen sind und möglicherweise sogar die Menschenwürde verletzen. Dabei kann es sich um einzelne Wörter oder Formulierungen handeln, die in der Politik oder Verwaltung, in Kulturinstitutionen oder Medien, in Wirtschaft, Wissenschaft, Technik oder in einem anderen Bereich öffentlich verwendet wurden. Vorschläge konnten von allen Deutschsprachigen im In- und Ausland gemacht werden.

Die Entscheidung über das „Unwort des Jahres“ trifft alljährlich eine unabhängige Jury. Wie oft ein bestimmter Vorschlag genannt wird, ist für die Entscheidung nicht maßgeblich. Die Jury besteht aus den vier ständigen Mitgliedern Prof. Dr. Margot Heinemann (Leipzig), Prof. Dr. Nina Janich (Darmstadt), Prof. Dr. Horst Dieter Schlosser (Frankfurt a.M.) und Prof. Dr. Martin Wengeler (Düsseldorf) sowie aus den beiden für 2010 kooptierten Juroren Dr. Ruth Fühner, Journalistin hr 2 (Frankfurt a.M.), und Prof. Dr. Hellmuth Karasek, Autor und Literaturkritiker (Hamburg).

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Autorin / Autor: Redaktion - Stand: 18. Januar 2011