Erfolg für Datenschützer
Unliebsame Einladungen adé! Facebook gibt nach und kündigt an, Friend-Finder-Funktion zu überarbeiten
Du warst noch nie auf Facebook und bekommst trotzdem ständig Freundschaftsanfragen und Einladungen und Vorschläge, wen du alles kennen könntest? Und du wunderst dich, woher Facebook dich überhaupt kennt und woher es wissen kann, dass du die vorgeschlagenen Leute teilweise wirklich deinem Freundeskreis entspringen?
Schuld daran ist Facebooks Friend-Finder, der (neue) Mitglieder ganz harmlos fragt, ob sie nicht Freunde auf Facebook finden wollen. Und wer will das nicht? Also klickt man darauf und schon hat man dem Unternehmen kurzerhand erstmal sein Adressbuch offenbart und zur fröhlichen Mitgliederwerbung zur Verfügung gestellt. Darin stehen natürlich auch Leute, die möglicherweise gar nicht zu Facebook wollen. Dennoch werden sie ungefragt per Mail eingeladen. Das ging nicht nur den auf diese Weise Eingeladenen zu weit, sondern auch DatenschützerInnen. Vor allem die Behörde des Hamburger Datenschutzbeauftragten wollte das nicht durchgehen lassen und leitete wegen dieses Vorgehens ein Bußgeldverfahren gegen Facebook ein.
Nun hat Facebook offenbar eingelenkt. Informationen des SPIEGEL zufolge, konnten die Datenschützer Facebook abhandeln, dass sie die Friend-Finder-Funktion grundlegend umgestalten. In dem Bericht heißt es, Facebook-Nutzer sollten in einem speziellen Adressbuch selbst auswählen können, wer eingeladen werden soll und wer nicht. Und die NutzerInnen sollen dann auch schon vorher informiert werden, welche Folgen die Freigabe des Adressbuches haben kann.
Außerdem müssen auch EmpfängerInnen solcher Einladungen darüber informiert werden, warum er/sie diese Einladung überhaupt bekommt und anklicken können, dass ihre/seine Adresse für diese Zwecke gesperrt wird.
Für die Datenschützer ist die Einigung zwar ein erfreuliches Ergebnis, sie hätten sich allerdings gewünscht, dass Facebook überhaut keine Daten von Nicht-Mitgliedern speichern darf. Und nmit dieser Meinung stehen sie definitiv nicht alleine!
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Autorin / Autor: Redaktion / Spiegel - Stand: 24. Januar 2011