Von Deandln und Maidlein
Sprechender Sprachatlas von Bayern online
Vielfalt der bayrischen Dialekte sichtbar machen
Mädchen ist nicht gleich Mädchen. Manchmal ist ein Mädchen nämlich auch ein "Deandl" oder auch mal ein "Moidl", ein "Maadla", ein "Feel" oder einfach ein "Mensch" - jedenfalls in Bayern. (Man stelle sich vor: LizzyNet - Community für Maadla) Damit diese wundervollen Dialektausdrücke nicht verloren gehen und auch von Normalsterblichen verstanden werden können, gibt es jetzt den sprechenden Sprachatlas von Bayern. Dort könnt ihr euch anhören, wie der Brotanschnitt, der Friedhof, das "Begatten der Henne" oder der Nikolaus in verschiedenen Regionen Bayerns bezeichnet und ausgesprochen werden. Befragt wurden zu diesem Zweck vor allem ältere Leute, die die alten Bezeichnungen überhaupt noch kennen.
Die Karten der Online-Version basieren auf dem Material des "Kleinen Bayrischen Sprachatlas", der im dtv-Verlag erschienen ist. Verwirklicht wurde der sprechende Sprachatlas unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Werner König von der Universität Augsburg, online gestellt wurde er von der Bayerischen Staatsbibliothek.
Getrocknete Kotklumpen an Kuhschenkeln?
Hilfreich ist der sprechende Atlas auf jeden Fall, wenn ihr vorhabt, ein Theaterstück in oberostfränkischer Mundart einzustudieren oder wenn ihr Ferien auf der Alm machen wollt und lieber wissen wollt, was genau das ist, wenn ihr ein Ränftlein mit Hühnleskäs serviert bekommt ;-). Aber auch alle anderen dürften Spaß beim Hören haben, denn nicht nur, dass die die Aufnahmen zeigen, wie unterschiedlich manche Begriffe selbst in benachbarten Orten ausgesprochen werden, es sind auch einfach Wörter dabei, von deren Existenz man als nicht-bayrische Städterin wahrscheinlich keinen Schimmer hatte. Oder hättet ihr gewusst, dass man in einer Gegend in Bayern mit "Rampern" die vertrockneten Kotklumpen an Kuhschenkeln bezeichnet?
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Autorin / Autor: Redaktion / heute.de - Stand: 11. Dezember 2008