Dilletanten in weiß
Forscher: Serien-ÄrztInnen machen Erste Hilfe falsch vor
Da möchte man dann doch lieber nicht PatientIn sein: TV-ÄrztInnen und Schwestern verhalten sich im Notfall oft unangemessen, vor allem, wenn ein Fernseh-Patient einen epileptischen Anfall erleidet. Das haben kandadische Forscher um Andrew Moeller in einer Studie herausgefunden, für die sie alle Episoden der beliebtesten medizinischen Soaps und Serien analysierten. Unter anderem standen "Grey's Anatomy," "Emergency Room" und "Dr. House" auf dem Programm. In den 327 Folgen ereigneten sich insgesamt 59 epileptische Anfälle, 51 davon in einem Krankenhaus, wo die Betroffenen von vermeintlichem Fachpersonal erste Hilfe erhielten.
Die Forscher fanden heraus, dass die TV-Ärzte in vielen Fällen völlig falsch handelten. So drückten sie die PatientInnen etwa zu Boden, hielten sie krampfhaft fest oder stopften ihnen irgendwas in den Mund. Alles Dinge, die den Richtlinien zur ersten Hilfe bei einem Anfall widersprechen. Lediglich in 17 Fällen wurde korrekte Erste Hilfe gezeigt.
*Falsch vorgemacht, falsch nachgemacht*
Warum echte Mediziner sich so ernsthaft mit dem falschen Verhalten von TV-Ärzten beschäftigen, fragt ihr euch jetzt? Die ForscherInnen glauben, dass medizinische Serien ein mächtiges und breitenwirksames Instrument sein könnten, um Menschen in Sachen Erste-Hilfe fit zu machen. Da ist es natürlich sehr unpraktisch, wenn ihnen dort etwas völlig Falsches beigebracht wird. Denn das könnte Menschen im realen Leben gefährden.
Die Forscher schlagen vor, dass Menschen mit Epilepsie sich bei Produktionsfirmen dafür einsetzen sollten, dass der Umgang mit ihrer Krankheit richtig dargestellt wird, indem sich die TV-Ärzte an Erste-Hilfe-Richtlinien halten.
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Autorin / Autor: Redaktion / eurekalert.org - Stand: 17. Februar 2010