WhatsApp abgemahnt

Messenger-Dienst will Handynummer und Facebook-Profil einer Person zusammenführen

WhatsApp will Daten seiner Nutzer_innen wie etwa Handynummern an seinen Mutterkonzern Facebook übertragen – unabhängig davon, ob sie einen Facebook-Account haben oder nicht. Bis zum 25. September sollen Nutzer_innen das OK zu den geänderten Nutzungsbedingungen geben. Doch das sollte man sich gut überlegen, denn die geänderten Bestimmungen sind sehr problematisch, besonders weil auch Nummern, die lediglich im Telefonbuch von WhatsApp-Kund_innen gespeichert sind, an die gesamte Facebook-Unternehmensgruppe gehen. Nur wer seine Daten zur Weitergabe an Facebook freigibt, kann den Dienst künftig weiter nutzen. Darüber hinaus nutzt WhatsApp eine voreingestellte Einwilligungserklärung, damit Facebook die Daten auch für Werbung nutzen darf.
Die Experten des Marktwächters Digitale Welt halten diese Nutzungsbedingungen zu großen Teilen für unzulässig. Das Marktwächter-Team des Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat WhatsApp deshalb abgemahnt.

Auch WhatsApp-NichtnutzerInnen betroffen
Die Nutzungsbedingungen betreffen übrigens auch jene, die WhatsApp gar nicht benutzen, denn wenn sie mit ihrer Telefonnummer im Telefonbuch eines WhatsApp-Nutzers gelistet sind, so werden diese Daten ebenfalls an die Facebook-Unternehmensgruppe weiter gegeben. Und das ohne Wissen oder Einwilligung der Betroffenen. Dies hält der Marktwächter Digitale Welt neben anderen Vertragsbestimmungen für unzulässig. Der vzbv hat das Unternehmen deshalb abgemahnt. Bis zum 21. September 2016 hat der Betreiber des Messenger-Dienstes Zeit, eine Unterlassungserklärung abzugeben und die abgemahnten Verstöße einzustellen. Passiert das nicht, prüfen die Marktwächterexperten eine Klage. Möglich ist das durch das erweiterte Verbandsklagerecht, das der vzbv Anfang diesen Jahres erkämpft hat: Dadurch können die Verbraucherschützer eingreifen, wenn Unternehmen von Verbrauchern widerrechtlich Daten sammeln, speichern oder nicht wieder löschen.

Widerspruch nicht möglich
Will man WhatsApp weiter nutzen, kann man der Datenweitergabe an die Facebook-Unternehmensgruppe – unter anderem Instagram übrigens nicht widersprechen. Man kann lediglich verhindern, dass seine Daten für personalisierte Werbung auf Facebook verwendet werden. Wer das nicht tut, könnte beispielsweise demnächst Werbung von Firmen, die in seinem Telefonbuch stehen, via Facebook erhalten. Denn durch die neuen Bestimmungen lassen sich Handynummer und Facebook-Profil einer Person zusammen führen. Das Nutzerverhalten kann so noch gezielter ausgewertet und beispielsweise für personalisierte Werbung genutzt werden. Betroffen sind dann auch die Facebook-Nutzer_innen, die in der Vergangenheit ganz bewusst darauf verzichtet haben, ihre Handynummer an Facebook weiter zu geben.

Alternativen suchen!
WhatsApp selbst schreibt: „Der Respekt für deine Privatsphäre ist in unseren Genen programmiert“. Für Christopher Kunke, Jurist aus dem Marktwächter-Team Nutzer-generierte Inhalte in der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen steht fest: „WhatsApp wirbt in seinen AGB damit, die Privatsphäre der Nutzer schützen zu wollen. Doch davon kann unserer Ansicht nach spätestens seit den neuen Nutzungsbedingungen keine Rede mehr sein.“ Wegen der datenschutzrechtlichen Bedenken bei der Nutzung von WhatsApp weisen die Verbraucherzentralen auf Alternativen zu WhatsApp hin.

Quelle und weiter Infos:

Mehr dazu auf LizzyNet

Autorin / Autor: Redaktion/ Pressemitteilung - Stand: 23. September 2016
 
 

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