Wenn die das kann, mach ich es auch

Studie der Uni Mannheim: Weibliche Vorbilder steigern Lust auf Wettbewerb

Auch wenn es inzwischen einige erfolgreiche Frauen, wie die Facebook-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg, geschafft haben, weltweite Berühmtheit zu erlangen, hat das kaum Auswirkungen auf die Anzahl weiblicher Führungskräfte. Laut dem neuen Führungskräfte-Monitor des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung sind nur drei von zehn Vorgesetzten in Deutschland weiblich. Wenn analysiert wird, warum es so wenig Frauen in Führungspositionen gibt, wird oft argumentiert, dass Frauen zu wenig Ellbogenmentalität hätten und Konkurrenzsituationen lieber meiden. Was aber wäre, wenn sie mehr weibliche Vorbilder hätten, die ihnen zeigen, wie man sich in solchen Situationen behauptet? Diese Frage stellte sich Finanzprofessorin Alexandra Niessen-Rünzi und ihr Team von der Universität Mannheim und fand heraus, dass Frauen durchaus bereit sind, sich dem Wettbewerb mit anderen zu stellen – wenn sie zuvor weibliche Vorbilder erleben.

Kopfrechenaufgaben mit und ohne Wettbewerb
Im Rahmen ihrer Studie sollten 500 US-amerikanische Männer und Frauen so viele Kopfrechenaufgaben wie möglich lösen. Danach konnten sie entscheiden, ob sie ausschließlich auf der Basis ihrer eigenen Leistungen bezahlt werden wollen, oder ob sie in einen Wettbewerb mit anderen Teilnehmern eintreten möchten, von denen nur der oder die Beste entlohnt wird. Das Ergebnis: Signifikant mehr Männer als Frauen wollten an einem Wettbewerb teilnehmen – obwohl es keine Unterschiede in der Anzahl richtig gelöster Rechenaufgaben gab. „Selbst die Männer mit dem schlechtesten Ergebnis haben sich häufiger für den Wettbewerb entschieden als die besten Frauen“, kommentiert Prof. Niessen-Rünzi.

Videos erfolgreicher Frauen führten zum Wettbewerb
Sie und ihr Team konnten jetzt aber erstmals zeigen, dass dieses Ergebnis deutlich anders aussieht, wenn Frauen vor ihrer Entscheidung ein weibliches Vorbild beobachten konnten. Dazu zeigte das Forschungsteam den Teilnehmerinnen Videos von erfolgreichen Frauen aus verschiedenen Bereichen wie z.B. der Tennisspielerin Serena Williams, in denen sie ihre Erfolgserlebnisse erzählten, was für ein tolles Gefühl es sei, zu gewinnen. Nachdem die Probandinnen die Videos gesehen hatten, entschieden sich weit mehr von ihnen für den Wettbewerb mit anderen. In einer Probandengruppe zeigten die Forscher auch Videos mit männlichen Vorbildern. Die Folge davon war, dass sich noch weniger Frauen für den Wettbewerb entschieden. Bei den männlichen Studienteilnehmern hatten dagegen weder die Videos von erfolgreichen Frauen noch von Männern Einfluss.

Pro und contra Frauenquote
Trotz dieser Ergebnisse steht Prof. Niessen-Rünzi dem politischen Vorschlag, eine gesetzliche Quote für Frauen in Führungsposition einzuführen, skeptisch gegenüber: „Aus rein ökonomischer Sicht ist die Quote keine gute Idee, weil sie bürokratische Kosten verursacht“. Ihre Studie zeige jedoch, dass die Quote auch positive Effekte haben kann: durch die Quote würden mehr weibliche Vorbilder verfügbar, die wiederum andere hochqualifizierte Frauen zu einem karriereorientieren Verhalten ermuntern.

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Autorin / Autor: Pressemitteilung/ Redaktion - Stand: 17. Juli 2017
 
 
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