Streiten für die Freiheit

Am 15. September ist Tag der Demokratie

"Ich kann es nicht mehr hören... Ich schalte gar nicht mehr die Nachrichten an... Immer diese Streitereien" - hört ihr auch immer öfter solche Sätze? Und macht ihr die Erfahrung, dass kaum noch Leute Lust haben, Themen kontrovers, aber friedlich zu diskutieren? Dabei sind unterschiedliche Meinungen und Perspektiven nichts anderes als das Rückgrat der Demokratie. Eine Gesellschaftsform, die die Vereinten Nationen jährlich mit dem Internationen Tag der Demokratie feiern. Kern der Demokratie ist das Recht auf freie Meinungsäußerung, und dies gehört nicht nur einigen wenigen Gesellschaften, sondern ist ein grundlegendes Menschenrecht, das in Artikel 19 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte verankert ist. Darin heißt es: "Jeder hat das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung; dieses Recht schließt die Freiheit ein, Meinungen ungehindert anzuhängen und über Medien jeder Art und ohne Rücksicht auf Grenzen Informationen und Gedankengut zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten."

Die Demokratie ist ein starkes Basisinstrument, das Menschen erlaubt, ihr Leben selbst zu gestalten und bei gesellschaftlichen Entscheidungen mitzureden. Für die meisten in Europa ist das eine Selbstverständlichkeit, und dennoch nehmen immer weniger Menschen dieses Recht auch wahr und gehen nicht (mehr) wählen. Auch der Ukraine-Krieg hat zu einem Umbruch in Europa geführt und macht deutlich, dass demokratische Grundsätze ständig bedroht sind. Hinzu kommt, dass das Vertrauen der Menschen in demokratische Institutionen sinkt - vor allem durch die Zunahme von Falsch- und Desinformation, während die Freiheit von Journalist_innen und Medienschaffenden immer stärker bedroht wird.

Deshalb konzentriert sich in diesem Jahr der Demokratietag auf die Bedeutung der Medienfreiheit für die Demokratie, den Frieden und die Verwirklichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung. UN-Generalsekretär António Guterres betont in seiner Videobotschaft zum Internationalen Tag der Demokratie, dass die Demokratie ohne freie Presse und freie Meinungsäußerung nicht überleben kann.

Der Internationale Tag der Demokratie kann leider nicht dazu beitragen, dass die Demokratien auf der Welt stärker werden und es immer mehr Länder gibt, die sich diesem System verpflichtet fühlen, aber er bietet die Gelegenheit, den Stand der Demokratie in der Welt zu überprüfen. Demokratie sei sowohl ein Prozess als auch ein Ziel, und nur mit der uneingeschränkten Beteiligung und Unterstützung der internationalen Gemeinschaft, der nationalen Regierungsorgane, der Zivilgesellschaft und des Einzelnen kann das Ideal der Demokratie zu einer Realität werden, an der sich jede_r überall erfreuen könne, betont Guterres.

Vielleicht erinnert euch der Tag daran, wie gut wir es haben, in einer solchen Gesellschaftsform leben zu dürfen, und dass es zwar manchmal nervig ist, alles durchdiskutieren und sich einigen zu müssen, aber dass es die bestmögliche ist, die es gilt, zu verteidigen.

Mehr Demokratie auf LizzyNet

Lies mehr dazu auf

Was denkst du darüber?
Autorin / Autor: Redaktion - Stand: 15. September 2022