Fehlen künftig Masterstudienplätze?

Centrum für Hochschulentwicklung sieht Anstieg der Nachfrage und Unterfinanzierung

Gehörst du zu denjenigen, die den Bachelorabschluss gerade in der Tasche haben, oder planst du nach dem Studium, auf jeden Fall noch ein Masterstudium dranzuhängen? Das könnte eng werden, denn einer gerade erschienenen Studie zufolge könnte der Bedarf an Masterstudienplätzen in den nächsten Jahren dramatisch steigen. "Gegenüber den bisher vom Hochschulpakt eingeplanten Masterstudienplätzen könnten allein im Spitzenjahr 2016 rechnerisch 36.000 Bachelorabsolvierende auf den Beginn des Masterstudiums verzichten müssen", so die StudienautorInnen der Studie, die das gemeinnützige Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) am 10. April veröffentlichte.

Die CHE-Modellrechnung zeigt auf, wie hoch die Nachfrage sein wird, wenn entweder 50, 69,4 oder 85 Prozent BachelorabsolventInnen ein Masterstudium aufnehmen wollen würden. Selbst bei der vorsichtigen Annahme, dass nur die Hälfte der BachelorabsolventInnen ein Masterstudium anschließt, sei mit einem deutlich höheren Anstieg der Nachfrage zu rechnen, als es bisher ausfinanzierte Masterstudienplätze gebe.

Die Entwicklung der Nachfrage nach Masterstudienplätzen in den nächsten Jahren sei bisher unterschätzt worden. Nach Modellrechnungen des CHE werde der Wunsch nach einem Masterstudium kontinuierlich steigen bis im Jahr 2016 ein Höchstwert erreicht wird, der, je nachdem, welches Szenario betrachtet wird, zwischen 175.000 und 265.00 Masteranfänger(innen) liege – falls genügend Masterangebote zur Verfügung stehen werden.

Prof. Dr. Ziegele fordert deshalb mehr Aufmerksamkeit für das Problem von fehlenden Masterstudienplätzen, vor allem wenn die Erfolge der höheren Beteiligung an akademischer Bildung nicht gefährdet werden sollen: „Die Mittel für den Hochschulpakt haben für etwa zwei von drei Bachelorabsolventen einen Masterplatz mitfinanziert, jedoch haben die Hochschulen bisher hauptsächlich in Bachelorstudiengänge investiert, was auch sinnvoll war. Jetzt gibt es aber deutlich mehr Studierende, als durch den Hochschulpakt abgedeckt wird. Es muss nun dringend in den Masterbereich investiert werden und dafür müssen zusätzliche Mittel von der Politik bereit gestellt werden.“

Als weiteren Ansatz für die Hochschulen sieht Ziegele eine Förderung des lebenslangen Lernens: Wenn Professor(inn)en ihre Studierenden mehr ermutigen würden, mit dem Bachelor erste Erfahrungen im Berufsleben zu sammeln und gleichzeitig weiterbildendende Masterangebote forcierten, würde die Nachfrage nach Masterstudienplätzen zeitlich gestreckt und lebenslanges Lernen gefördert.

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Autorin / Autor: Pressemitteilung/ Redaktion - Stand: 12. April 1013