Imkerprotest gegen Bienensterben

Imkerverbände zogen vor das Bundeskanzleramt

Seit einigen Jahren klagen Imkerverbände, UmweltschützerInnen und LandwirtInnen über ein weit um sich greifendes Bienenvolksterben. Massenhaft brechen Völker von Honigbienen plötzlich und scheinbar grundlos ohne vorausgehende Krankheitsanzeichen zusammen. Schlimm ist das nicht nur für die Tiere oder für HonigliebhaberInnen, das Bienensterben bedroht auch die landwirtschaftliche Produktion. Ohne die Bienen-Bestäuber sinken die Ernten und damit unsere Lebensgrundlage.

Bieneninstitute, das Bundeslandwirtschaftsministerium, Agrarindustrie und Imkerverbände reagierten auf das mysteriöse Bienensterben und führten ein mehrjähriges Monitoringprojekt durch, in dem die Ursachen für das mysteriöse Bienensterben geklärt werden sollten (siehe Artikel unten).

Am Mittwoch, den 16. Januar starteten die Imkerverbände nun erneut eine Kampagne, um nachdrücklich auf ihre Probleme aufmerksam zu machen. Zum Auftakt zogen sie am Mittwoch morgen vor das Bundeskanzleramt in Berlin und verwandelten den Platz in einen Acker. Astrid Goltz von der Organisation Campact beschreibt die Szene auf blog.campact.de: "Zwei Giftspritzer sind gekommen, um mit Kanistern auf ihrem Rücken Pestizide zu versprühen. Sie rücken den Bienen zu Leibe – Aktivistinnen in Bienenkostümen, die erst straucheln, und dann nieder sinken. Doch plötzlich ertönen die Stimmen der Imker/innen: Lasst die Pestizide sein – Bienensterben nein, nein, nein! Sie stellen sich schützend vor ihre Bienen und stoppen die Giftspritzer."

Bericht und Fotos hier:

Der Ort Bundeskanzleramt wurde auch deshalb gewählt, weil der Deutsche Berufs- und Erwerbsimkerbund Kanzlerin Angela Merkel seinen Negativ-Preis „Schwarzer Pinsel“ überreichen wollte. Den Negativ-Preis „Schwarzer Pinsel“ verleiht der Deutsche Berufs- und Erwerbsimkerbund alljährlich jenen, die aus Sicht des Verbands der Imkerei am meisten schadet. Kanzlerin Merkel wurde in diesem Jahr deshalb ausgewählt, weil sie sich in einer Rede ausdrücklich dafür einsetzte, dass in Deutschland immer mehr gentechnisch veränderte, nachwachsende Rohstoffe für die chemische Industrie angebut werden müssten, um den "Chemiestandort Deutschland" nicht zu gefährden. Die Pollen solcher gentechnisch veränderter Pflanzen landen aber laut den Imkern zwangsläufig auch im Honig und damit in der Lebensmittelkette.

Aber nicht nur die Gentechnik macht den Bienenvölkern zu schaffen, sondern auch die industrielle Landwirtschaft "mit ihren blütenarmen Monokulturen und dem hohen Pestizideinsatz", so die gemeinsame Aussage der InitiatorInnen, die neben den Berufs- und Erwerbsimkern auch aus Mitgliedern der Kampagne „Meine Landwirtschaft“, des ökologischen Imkerverbands Mellifera e. V. sowie des Kampagnennetzwerks Campact bestehen.

Hintergrund für den Imker-Aufstand ist die derzeit zur Entscheidung anstehende gemeinsame Agrarpolitik der EU ab 2014. Bislang widersetzt sich Verbraucherministerin Aigner dem EU-Vorschlag, Fördergelder nur noch an diejenigen Landwirte zu vergeben, die mindestens sieben Prozent ihrer Äcker ohne Pestizide und ökologisch vielfältig bewirtschaften. Dabei böten solche so genannten ökologischen Vorrangflächen gute Bedingungen für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere Blütenbesucher und seien so auch ein wichtiger Baustein für den Erhalt einer artenreichen und gesunden Natur, argumentieren die Imker.

Der Imker-Protest wird sich deshalb auch fortsetzen: Am 19. Januar werden sie sich bei der Berliner Demonstration „Wir haben es satt“ mit vielen anderen ökologisch aktiven Menschen für den Erhalt einer bäuerlich geprägten Landwirtschaft einsetzen.

Mehr über Bienen auf LizzyNet

Autorin / Autor: Redaktion; - Stand: 16. Januar 2013
 
 
 

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