Gekauft und weggeworfen

Tonnenweise Lebensmittel landen auf dem Müll

„In anderen Ländern hungern die Kinder und du willst deinen Teller nicht leer essen“, wie sehr hat man als Kind doch diesen oder ähnliche Sprüche gehasst. Viele Lebensmittel landen allerdings gar nicht erst auf dem Teller, sondern wandern nach ein Paar Tagen Aufenthalt im Kühlschrank oder Küchenregal direkt in den Müll. Einer aktuellen Studie zufolge kaufen wir weitaus mehr Nahrung ein als nötig. Jährlich 220 Millionen Tonnen Essen werfen die VerbraucherInnen in den Industriestaaten weg. In Deutschland wandern jedes Jahr mehr als 20 Millionen Tonnen Lebensmittel in den Abfall. Das geht aus einer Schätzung der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) hervor. Selbst nach weitaus vorsichtigeren Schätzungen landen pro Jahr mindestens 170.000 Lastwagen-Ladungen mit Lebensmitteln auf dem Müll – darunter auffallend viele verpackte Nahrungsmittel, die noch ungeöffnet sind.

„Wir leben in einer Überfluss- und Wegwerfgesellschaft – und wir haben ein verschärftes Verteilungsproblem. Denn die Menge der produzierten Lebensmittel könnte rechnerisch reichen, um alle Menschen auf unserem Planeten zu ernähren. Doch bei der Verteilung gibt es noch immer dramatische Ungleichheiten“, sagt Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner anlässlich der Eröffnung des internationalen Fachkongresses „Save Food“ am Montag in Düsseldorf. Häufig unterschätzen Verbraucher die Mengen an Nahrungsmitteln, die sie wöchentlich wegwerfen.

Lebensmittel zum Wegwerfpreis

Angesichts rund einer Milliarde hungernder Menschen seien die Lebensmittelverluste ein „unerhörter Skandal“, kritisiert der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) und sieht vor allem die Politik in der Verantwortung. „Sie hat mit ihrer Agrarpolitik, die vor allem darauf ausgerichtet ist, Lebensmittel weltweit wettbewerbsfähig zu machen, dafür gesorgt, dass die Nahrungsmittelproduktion noch immer nach dem Prinzip ‚Möglichst viel und möglichst billig’ funktioniert. Billigprodukte aber werden weniger wertgeschätzt und entsprechend auch leichter entsorgt“, sagt der BDM-Vorsitzende Romuald Schaber. Diese Agrarpolitik der letzten Jahrzehnte habe aber nicht nur die Abfallproblematik maßgeblich mitverursacht, sie führe auch dazu, dass immer mehr Futtermittel in die EU importiert werden. Zwischenzeitlich werden rund ein Drittel (ca. 51 Mio. ha) der Futterflächen außerhalb der EU für die Nahrungsmittelproduktion in der EU bewirtschaftet - meist von großen Konzernen. Damit fehlt in vielen Schwellen- und Drittländern die Grundlage für die Eigenversorgung der heimischen Bevölkerung.

Wegwerfstudie soll Lösungsansätze offenlegen
Vermeidbare Abfälle entstehen überall entlang der Wertschöpfungskette: von der landwirtschaftlichen Erzeugung über die Lebensmittelverarbeitung und den Handel bis hin zu den privaten Haushalten und der Gastronomie. „Wir brauchen intelligente Modelle für eine Kreislaufwirtschaft, die alle Akteure einbinden: den Verbraucher, den Handel, die Energiewirtschaft und die Landwirtschaft. Wir können uns das Wegwerfen von Lebensmitteln schlicht nicht mehr leisten“, so Ilse Aigner.

Das Bundesverbraucherministerium will Ende des Jahres eine nationale Wegwerf-Studie vorlegen, die die Situation in Deutschland erstmals genauer untersucht und mögliche Lösungsansätze entwickelt.

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Autorin / Autor: Redaktion/ Pressemitteilung - Stand: 17. Mai 2011
 
 
 

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