Viel zu billig, viel zu viel

Greenpeace fordert Abschaffung der Fleischsubventionierung

Die Deutschen essen viel Fleisch. Viel zu viel Fleisch. Ein Grund dafür ist, dass Fleisch einfach unglaublich billig ist. Gerade noch haben die Handelsunternehmen Aldi und Norma die Preise für Frischfleischprodukte um drei bis neun Prozent gesenkt und somit den Fleischpreis erneut auf Talfahrt geschickt. Klar, dass vor allem VerbraucherInnen mit geringeren Einkommen eher mal zum billigen Schweinefleisch greifen, das im Kilopreis nicht selten günstiger zu haben ist als Obst und Gemüse von regionalen Bauernbetrieben.

Weil ein hoher Fleischkonsum nicht nur für die Gesundheit schlecht ist, sondern auch die Umwelt stark belastet, fordert Greenpeace nun ein Entgegensteuern. Fleisch dürfe nicht länger über den ermäßigten Mehrwertsteuersatz von 7 Prozent, der für alle Grundnahrungsmittel gilt, subventioniert werden. Sie fordern den vollen Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent für Fleischprodukte. Denn eine im Auftrag von Greenpeace erstellte Studie des  Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) hat ermittelt, dass ein solcher Preisanstieg dazu führen könnte, dass durchschnittlich fast zehn Prozent weniger Schweinefleisch sowie ein Kilo Geflügel und ein halbes Kilo Rindfleisch pro Person weniger gegessen würden.

Das hört sich nicht viel an, aber hochgerechnet würde es bedeuten, dass im Jahr etwa 3,8 Millionen Schweine, 60 Millionen Hühner und 180.000 Rinder weniger geschlachtet würden. Das würde so viel CO2 einsparen, wie knapp zwei Millionen Autos pro Jahr ausstoßen. Agrarflächen zum Futtermittelanbau in der Größe des Ruhrgebiets würden frei werden, heißt es in der Pressemitteilung der Umweltorganisation.

Auch eine Abgabe auf die umweltschädliche Stickstoff-Überdüngung beim Futtermittelanbau könnte einem unrealistisch niedrigen Fleischpreis entgegenwirken.

"Wir können die massiven Schäden für Umwelt und Klima begrenzen, wenn wir die unsinnige Subventionierung des Fleischverbrauchs beenden. Statt Fleisch zu Spottpreisen zu verkaufen, sollte weniger und besseres Fleisch mit geringeren Umweltkosten produziert werden", sagt Martin Hofstetter, Landwirtschaftsexperte von Greenpeace.

Die Fleischproduktion und damit verbundene Tierhaltung nehmen in Deutschland immer weiter zu. Auch der Fleischexport steigt. Wir Deutschen essen im Durchschnitt mehr als doppelt so viel Fleisch, wie Gesundheitsorganisationen empfehlen.

"Die enormen Umweltkosten der intensiven Fleischproduktion tragen alle, egal ob sie Fleisch essen oder nicht. Zusätzlich subventioniert der Staat die Fleischproduktion mit großen Summen. Durch einen Subventionsabbau bei der Mehrwertsteuer und teurere Stickstoffüberschüsse würden sich die Fleischpreise den wahren Kosten annähern", sagt Eike Meyer, Mitautor der Studie und stellvertretender FÖS-Geschäftsführer.

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Autorin / Autor: Redaktion / Pressemitteilung - Stand: 3. Juni 2013
 
 
 

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