Die Sache mit der Quote

Studie: Frauenquoten nur in bestimmten Gesellschaftsformen durchsetzbar

Die Frauenquote innerhalb von Unternehmen, und vor allem in Führungspositionen, ist nach wie vor gering – und das nicht nur in Deutschland. Von Land zu Land gibt es aber erhebliche Unterschiede, wie stark Frauen in den obersten Reihen vertreten sind. Statistische Erhebungen gehen beispielsweise von einer Frauenquote von gerade mal ein bis zwei Prozent in Japan, aber ganzen 40 Prozent in Norwegen aus.

Forscher der Rotman School of Management der Universität Toronto haben jetzt herausgefunden, dass Quoten, so wie die Geschlechter- bzw. Frauenquote, bessere Chancen haben verwirklicht zu werden, wenn sie in Ländern durchgesetzt werden, in denen die Bevölkerung sich an Autoritäten und gesellschaftlichen Regeln und Normen orientiert. Kulturen also, in denen man von „oben“ mit Sanktionen belegt wird, wenn man sich nicht an gewisse Regeln hält. Beispiele für solche sogenannten „tight“ bzw. strenge Gesellschaften, findet man laut den ForscherInnen vor allem in der Türkei und Pakistan, aber auch in Norwegen und Deutschland. Zu den sogenannten „loose“, also eher lockeren Gesellschaften, zählen unter anderem Neuseeland und die Ukraine.

Wenn Deutschland zu den strengen Gesellschaften gehört, wie kann es dann sein, dass Frauen in Chefetagen hier nach wie vor heillos unterrepräsentiert sind? Die Ursache hierfür sieht die Studie im historisch bedingten männlichen Rollenbild von Führungspersonen verankert, das immer noch vorherrscht und nur schwer zu durchbrechen ist. Jedoch heben die Wissenschaftler hervor, dass Länder wie Deutschland große Chancen hätten, die vorherrschende Gesellschaftsstruktur als Vorteil zu nutzen, neue Strategien zur Förderung der Frauenquote zu etablieren. So hat Norwegen die 40 Prozent Marke nur geschafft, da das Land 2008 strenge Sanktionen für all diejenigen Unternehmen einführte und umsetzte, die die Frauenquote nicht einhielten.

“Für strenge Kulturen ist es einfacher, Richtlinien wie die in Norwegen zu etablieren, aufgrund ihrer hierarchischen Art - von oben nach unten - diese durchzusetzen", so Studien-Autor Prof. Toh. “In einer lockeren Kultur wiederum ist es schwer zu sagen, ‘So wird das jetzt gemacht, haltet euch daran!”

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Autorin / Autor: Redaktion / EG - Stand: 23. Juli 2014