Einfach mal nix kaufen!

Am 27. November ist Kauf-Nix-Tag (Buy-nothing-Day). Der Aktionstag macht auf soziale Misstände und die katastrophalen Umweltauswirkungen unseres Konsumwahns aufmerksam

Bild: Luise Weber; Auf die Wand gesprüht: Have less, do more

Alle reden vom Black Friday, Umwelt- und Verbraucherschützer_innen halten den Kauf-nix-Tag dagegen. Der Black Friday (schwarzer Freitag) hat seinen Ursprung im Mutterland des Konsums, den USA: Dort markiert er alljährlich den Tag nach Thanksgiving und den Start der Weihnachtseinkaufssaison. Mittlerweile ist er auch hier fast allen ein Begriff, manchmal könnte man sogar fast den Eindruck bekommen, er sei neben Weihnachten so ziemlich der beliebteste Festtag unserer Kultur. Tatsächlich vereint ihn mit Weihnachten der Konsumgedanke, allerdings ohne, dass jemals etwas anderes dahinter gestanden hätte. Hier wird nicht gefeiert, sondern geshoppt. Er kommt mit (vermeintlichen) Schnäppchen, Prozenten, Angeboten und Grabbeltischen daher und macht mit unzähligen, penetranten Kaufaufforderungen auf sich aufmerksam. Kauf mich, du brauchst mich, du willst mich. Kauf dies, kauf doppelt, kauf billiger.

Es spricht natürlich nichts dagegen, Rabatte wahrzunehmen für Dinge, die man wirklich benötigt oder unbedingt haben möchte - vor allem, wenn im eigenen Geldbeutel meist Ebbe herscht. Kritik gibt es von vielen Organisationen aber vor allem daran, dass der aggressive Konsum-Aufruf nicht nur schlecht für Klima und Umwelt ist, sondern die angepriesenen Konsumgüter auch häufig unter umweltschädlichen und katastrophalen sozialen Arbeitsbedingungen produziert werden. Während also auf der einen Seite um das Klima, um Ressourcen, Klimagerechtigkeit und faire Löhne gerungen wird, feiert ein Tag ungehemmt das sinnlose Kaufen und Konsumieren von Dingen, einfach weil sie billig und zu haben sind, für unsere Wirtschaft und unser Wachstum, ohne Sinn und Verstand, ohne Rücksicht auf die Auswirkungen, die das auf den Rest der Welt hat.

Der Buy Nothing Day, zu deutsch Kauf-nix-Tag fällt darum ganz bewusst auf den Tag nach Black Friday und will genaus diese Misstände ins Bewusstsein rücken: brauchen wir wirklich alles, was wir (angeblich) wollen? Können wir nicht auch leihen, teilen, reparieren oder etwas nutzen, das wir schon haben? Muss unser funktionstüchtiges Handy wirklich ersetzt werden, nur weil es nicht dem neusten Schrei entspricht? Wem gehört eigentlich die Erde, die wir gerade verbrauchen? Und haben wir eigentlich ein zweite, dritte, vierte im Kofferraum?

Der Kauf-nix-Tag ist eine gute Gelegenheit, sich über diese Themen Gedanken zu machen, seinen Konsumrausch auszuschlafen und sich mal 24 Stunden im konsequenten Konsumverzicht zu üben. Also Waldspaziergang statt Einkaufszentrum, nutzen, was man hat, essen, was da ist. Das wird die Welt nicht retten, aber euch vielleicht vor Augen führen, dass weniger manchmal mehr ist und machen für mehr Zufriedenheit sorgt als kaufen.

Autorin / Autor: Redaktion; Bild: Luise Weber - Stand: 26. November 2021