Briefe für die Freiheit

Amnesty International startet den Briefmarathon 2019 für weltweit inhaftierte Jugendliche

Bild: Amnesty International

Dieses Jahr ist ein Jahr der großen Protestbewegungen. Besonders jugendliche Aktivist_innen sind dabei so sichtbar wie fast nie zuvor. Trotz der Risiken für ihre Freiheit und ihr Leben, die in vielen Ländern bestehen, setzen sie sich für Gleichberechtigung, Meinungsfreiheit und für ihre Zukunft ein. Weltweit werden sie in vielen Ländern dafür verfolgt und eingesperrt. Zehn von ihnen widmet Amnesty International die größte Menschenrechtsaktion der Welt, die jedes Jahr rund um den Tag der Menschenrechte am 10. Dezember stattfindet: Den Briefmarathon 2019.

Das sind ihre Namen und Geschichten
Sara Mardini und Seán Binder (Griechenland) halfen Geflüchteten in Griechenland und sind angeklagt wegen Menschenhandel. Ihnen drohen bis zu 25 Jahre Haft.

Yasaman Aryani (Iran) hat gegen Kopftuchzwang protestiert und wurde zu 16 Jahren Haft verurteilt.

Marinel Ubaldo (Philippinen) kämpft dort für den Klimaschutz.

Yiliyasijiang Reheman (China) gehört der uigurischen Minderheit an und wurde 2017 in Ägypten festgenommen. Seitdem ist er vermisst.

José Adrián (Mexiko) ist Angehöriger der Maya und wurde von der mexikanischen Polizei schwer misshandelt.

Die Jugendlichen von Grassy Narrows (Kanada) fordern von der Regierung, Quecksilber verseuchtes Gebiet zu entgiften, wo viele Indigene leben.

Emil Ostrovko (Belarus) wurde bei einem Nebenjob unwissend zu einem Drogenkurier und zu acht Jahren Haft verurteilt.

Ibrahim Ezz El-Din (Ägypten) engegierte sich für das Recht auf sicheren und bezahlbaren Wohnraum. Zivilpolizisten nahmen in fest und seitdem ist er verschwunden.

Nasu Abdulaziz (Nigeria): Auch er engagiert sich für das Recht auf Wohnen, seit die nigerianischen Behörden seine Siedlung zerstört haben.

Magai Matiop Ngong (Südsudan) war in einen tödlichen Unfall verwickelt und wurde mit 17 Jahren zum Tode verurteilt.

Was ist ein Briefmarathon?
Der Briefmarathon setzt auf die Wirkung gebündelter Aufmerksamkeit, um Folterer vor Gericht zu bringen, Haftstrafen zu beenden oder menschlichere Behandlung von Gefangenen zu erwirken. 2018 wurden weltweit 5,9 Millionen Briefe an Regierungen geschrieben, um Unrecht zu beenden, und an bedrohte Menschen, um ihnen Solidarität zu zeigen. In diesem Jahr schreiben Jugendliche Briefe für andere Jugendliche, deren Rechte bedroht sind. Amnesty erwartet weltweit eine nie dagewesene Beteiligung am Amnesty Briefmarathon, der in diesem Jahr zum achtzehnten Mal stattfindet. Schon jetzt sind allein in Deutschland rund 90 Veranstaltungen geplant und mehr als 500 Schulen beteiligen sich bundesweit.

Privilegien verpflichten zur Solidarität
„Unsere westeuropäischen Privilegien verpflichten uns zu Solidarität“, sagt Bettina Müller, Abteilungsleiterin Kampagnen und Kommunikation bei Amnesty International in Deutschland. „2019 sehen wir, dass auch die deutsche Zivilgesellschaft zu einem starken Bewusstsein für die eigene Wirkungsmacht zurückgefunden hat. Der Einsatzwille und die Entschlossenheit werden weltweit, aber auch in Deutschland, vor allem von jungen Menschen getragen, die für friedlichen Protest viele Konsequenzen auf sich nehmen. Diese jungen, mutigen Menschen müssen vor willkürlicher staatlicher Gewalt geschützt werden, und dafür setzt sich der Briefmarathon in diesem Jahr ein.“

Der Briefmarathon wirkt!
Die weltweiten Protestbriefe haben schon viel erreicht. Die regierungskritischen Sprayer Bayram Mammadov und Giyas Ibrahimov aus Aserbaidschan wurden im März freigelassen. Der Angriff auf LGBTI-Aktivistin Vitalina Koval aus der Ukraine von rechtsextremen Gruppen wird offiziell als Hassverbrechen untersucht, in diesem Jahr konnte sie am Frauentag ungehindert friedlich demonstrieren.

Wirklich alle können mitmachen
Deutschlandweit finden Veranstaltungen auf Weihnachtsmärkten, in Bibliotheken und in Fußgängerzonen statt.

Eine Übersicht über alle Termine sowie alle Onlinepetitionen gibt es auf der Webseite von Amnesty

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Autorin / Autor: Pressemitteilung - Stand: 2. Dezember 2019
 
 
 

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