Bäume wachsen immer schneller

Studie untersucht Trends im Waldwachstum von 1870 bis heute

Mithilfe von Laser-Scans untersuchen die TUM-Wissenschaftler, wie sich Strukturen in Baumkronen verändern. (G. Schütze / TUM)

In den 80er Jahren war das Waldsterben in aller Munde. Die durch den sogenannten "sauren Regen" verursachten Schäden an den Wäldern sorgten für Schreckensszenarien vom unwiderruflichen Verlust der grünen Lungen unserer Erde. Offensichtlich hat der saure Regen aber nur kurzfristig negative Auswirkungen gehabt. Denn heute ist hierzulande vom Waldsterben keine Rede mehr. Im Gegenteil wachsen die Bäume sogar schneller. Das beschreiben zumindest WissenschaftlerInnen der Technischen Universität München in einer aktuellen Untersuchung, in der die Daten von Versuchsflächen ausgewertet wurden. Die bewaldeten Versuchsflächen, die typische Klima- und Umweltbedingungen in Mitteleuropa repräsentieren, werden bereits seit 1870 systematisch beobachtet und liefern damit einmalige Erkenntnisse über kurz- und langfristige Veränderungen von Klima und menschgemachten Umweltbedingungen auf die Bäume.

Turbowachstum?
Für Fichte und Buche, jeweils die wichtigste Nadel- und Laubbaumart in Mitteleuropa, ermittelten die TUM-Wissenschaftler ein deutlich beschleunigtes Wachstum. Buchen entwickelten sich um 77 Prozent schneller als noch 1960, Fichten um immerhin 32 Prozent. Bei Betrachtung ganzer Bestände wuchsen die Buchen um 30 Prozent, die Fichten um 10 Prozent schneller. „Der Wert auf Bestandsebene liegt niedriger als das Wachstum einzelner Bäume, da - vereinfacht gesagt - größere Bäume mehr Platz brauchen, das heißt, die Gesamtzahl sinkt“, erklärt Pretzsch.

Die Wissenschaftler führen das rapide Wachstum der Bäume auf das wärmere Klima und die längere Vegetationszeit zurück. Weitere Wachstumsmotoren sind Kohlenstoffdioxid (CO2) und Stickstoff, deren Konzentration seit 100 Jahren stetig ansteigt.

Das schnelle Wachstum ist für den normalsterblichen Betrachter jedoch nicht sichtbar, denn das Erscheinungsbild des Waldes ändert sich nicht. Bäume, die plötzlich in den Himmel wachsen, wird es also trotz Turbowachstum nicht geben. Die Bäume erreichen nur früher eine gewisse Höhe und Dicke, so dass im Prinzip Holz früher geernet werden könnte, ohne das Prinzip der Nachhaltigkeit zu verletzen. Das müsse in der Waldwirtschaft berückschtigt werden, fordern die ForscherInnen.

Anpassung notwendig
Auch für die Ökosysteme ergeben sich daraus Folgen. So müssen sich z.B. Tiere und Pflanzen, die auf bestimmte Entwicklungsstadien des Waldes angewiesen sind, plötzlich früher um neue Behausungen kümmern. Eine erhöhte Mobilität könnte also für manche Waldbewohner überlebensnotwendig werden.

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Autorin / Autor: Redaktion / Pressemitteilung ; Bild: G. Schütze / TUM - Stand: 17. September 2014
 
 
 

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