Körperlich flop, geistig top

Forscher: Hardcore-Gamer haben die Fitness von 60-Jährigen

Stundenlanges vor dem Computersitzen macht nicht fit, auch nicht wenn Tennis oder Fußball auf dem Bildschirm flackert – das dürfte den meisten Gamern klar sein. Doch ein Wissenschaftler der Univertity of Essex will jetzt herausgefunden haben, dass es um die Fitness von Computerspiel-Fans deutlich schlechter bestellt ist als angenommen. Mental seien die Hardcore-Gamer allerdings topfit und können es sogar fast mit dem Reaktionsvermögen von Kampfpiloten aufnehmen.

Der englische Professor Dominic Micklewright wollte die Auswirkungen langer Spielzeiten genauer untersuchen und nahm dafür die physische und psychische Verfassung von jungen Spielern unter die Lupe, die täglich bis zu zehn Stunden vor dem Computer oder der Konsole verbringen und dort so genannte E-Sport betreiben. E-Sport bezeichnet einen Wettkampf im Mehrspielermodus beim Computerspielen. Dabei geht es vor allem um eine gute Reaktionsgeschwindigkeit und Durchhaltevermögen.

Das Ergebnis: Die jungen E-Sportler, alle um die 20 Jahre alt, wiesen eine Lungenqualität auf, die einem 60-jährigen Raucher ähnelt. Beim Computerspielen fehle die körperliche Fitness. Langzeitschäden wie Herzprobleme und Übergewicht seien da nicht ausgeschlossen, so der Forscher. Im mentalen Bereich und der Motorik schnitten die E-Sportler den Untersuchungen zufolge jedoch hervorragend ab. Micklewright vergleicht die Konkurrenzfähigkeit der Gamer mit Top-Athleten, ihre Reaktionsfähigkeit mit Kampfpiloten.

Unser Vorschlag: rauf auf’s Trimmrad und ran an die Spielekonsole ;-). Oder doch lieber Sport an der frischen Luft?

Autorin / Autor: Redaktion - Stand: 9. Juni 2010