Kippen lassen Stimmung kippen
Studie: Rauchen verstärkt depressive Symptome bei Jugendlichen
So manch jugendlicheR (Beinah-)RaucherIn verordnet sich bei Herzschmerz erstmal eine Zigarette, in der Hoffnung, diese möge beruhigen und das seelische Gleichgewicht wieder herstellen. Eine trügerische Hoffnung, denn Zigaretten scheinen bei Jugendlichen genau das Gegenteil zu bewirken, wie eine kanadische Studie herausgefunden haben will. Derzufolge verstärkt Rauchen depressive Symptome sogar noch.
Für die Untersuchung wurden 662 High-School-SchülerInnen aus unterschiedlichen Milieus und mit unterschiedlichem Rauchverhalten zu depressiven Symptomen befragt (Müdigkeit, Schlaflosigkeit, Nervosität, Hoffnungslosigkeit, Besorgtheit und Depressivität oder Gefühle von Traurigkeit oder Unglück). Dabei wurden die Befragten in verschiedene Gruppen unterteilt: NichtraucherInnen, RaucherInnen, die vor allem bei negativen Gefühlen mit einer Zigarette die Stimmung aufbessern wollen und RaucherInnen, die sich nicht unbedingt einen Gute-Laune-Schub vom Glimmstängel erwarten.
Zigarette ist ungeeignet als Trostpflaster
Heraus kam, dass gerade Jugendliche, die die Zigarette als Trostpflaster einsetzen und ihr eine positive Wirkung auf die Stimmung zuschreiben, ein höheres Risiko für depressive Symptome haben als Jugendliche, die nie geraucht haben.
Ob nun das Rauchen an sich depressiver macht oder die Enttäuschung darüber, dass die Zigarette nicht erfüllt, was man von ihr erwartet oder die Tatsache, dass man zu allem Elend nun auch noch seine Gesundheit ruiniert, dazu haben die Forscher keine Aussage gemacht. Und vielleicht wären wir ja auch ohne diese Studie darauf gekommen, dass Rauchen nicht glücklich macht.
Quelle
Autorin / Autor: Redaktion / Pressemitteilung - Stand: 30. August 2010