Igel suchen Winterquartiere

NABU-Tipps zum Umgang mit Stachelhäutern im Herbst

Igel gehören wohl zu den bekanntesten und beliebtesten heimischen Tieren überhaupt: Sie sind putzig, wirken behäbig, aber können sich Dank ihres Stachelkleides ganz ordentlich zur Wehr setzen. Jetzt im Herbst sind sie wieder laut raschelnd auf der Suche nach einem behaglichen Versteck für ihren Winterschlaf. Als letztes verkriechen sich junge Igel ab Anfang November im Laub. Sie brauchen mehr Zeit als ihre Eltern, um sich ein ausreichendes Winterschlafgewicht anzufressen. Wenigstens 500 Gramm sollte ein junger Igel wiegen, um den ersten Winter aus eigener Kraft zu überstehen. 

In den kühler werdenden Tagen sind Igel entgegen ihren sonstigen Gewohnheiten auch tagsüber aktiv. „Die Tiere fressen sich ihren Winterspeck an und legen dabei bis zu 50 Gramm pro Woche zu“, erklärt der Biologe Eppler vom Naturschutzbund Deutschland e.V. „Die Nächte reichen für die Futtersuche alleine nicht aus.“

Herum irrende Igel lieber füttern als ins Haus holen

Eine zu große Sorge um die Stachelhäuter sei allerdings unbegründet, denn erst mit dem Wintereinbruch ab November bestehe für untergewichtige oder herumirrende Tiere die Gefahr, für den Winterschlaf nicht ausreichend gerüstet zu sein. Man solle deshalb nicht gleich herum irrende Igel ins Haus holen. Lieber sollte man sie einige Zeit beobachten oder vor Ort mit etwas hingestelltem Hunde- bzw. Katzentrockenfutter unterstützen. „Im Haus überwinterte Igel haben im Frühjahr erhebliche Anpassungsschwierigkeiten, wenn sie wieder in die Natur entlassen werden“, gibt Eppler zu bedenken. „Bei den zunehmend milden Wintern ist der Winterschlaf des Igels relativ kurz und somit auch das Überwinterungsgewicht nicht von so großer Bedeutung.“

Igel dürfen übrigens auf keinen Fall mit Milch gefüttert werden. Der Milchzucker führt bei ihnen zu schmerzlichen Koliken und krank machendem Durchfall. Junge Igel können sogar daran sterben.

Igel kann man am besten mit einer naturnahen Gestaltung des Gartens helfen. Hier finden sie nicht nur gute Versteckmöglichkeiten in Laub- und Reisighaufen, sondern auch leckere Regenwürmer, Schnecken und Käfer ;-). Eine so genannte „Igelburg“ bietet den Tieren ein optimales Winterquartier. Sie besteht aus einem einfachen Holzkasten, der mit ausreichend Laub und Reisig überdeckt wird.

Wenn die Bodentemperaturen langfristig auf null Grad und darunter sinken, ziehen sich dann die Igel komplett zurück. Erst zu dieser Zeit könnt ihr noch herumstreunende Igel, die einen kranken oder untergewichtigen Eindruck machen, aufnehmen. In einem solchem Fall sei es sinnvoll, einen Tierarzt, ein Tierheim oder eine Igelstation aufzusuchen, rät der NABU. Denn fast alle aufgefundenen Igel leiden unter inneren Parasiten, die sich unter Pflegebedingungen sogar vermehren und gegen die sie behandelt werden müssen. Verletzte Igel sind am besten beim Tierarzt oder in einer Igelstation aufgehoben. Die medizinische Behandlung ist in der Regel kostenlos. Kontaktadressen für Igelstationen, die die Tiere weiter pflegen und überwintern, vermittelt das örtliche Tierheim oder der NABU.

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Autorin / Autor: Redaktion - Stand: 29. Oktober 2010