Jobben während des Studiums

Beratungsunternehmen präsentiert Ergebnisse einer StudentInnenbefragung

StudentInnen in Deutschland - wie lange arbeiten sie parallel zum Studium und warum, wo finden sie ihre Jobs, was erwarten und wie leben sie? Antworten auf diese Fragen liefert die aktuelle Studie „unicensus“, eine Befragung von ca. 1.000 StudentInnen an 23 Hochschulen in Deutschland, die von univativ, einem Beratungsunternehmen und IT-Dienstleister durchgeführt wurde.

Bei der Finanzierung des Studiums stehen Eltern (46 Prozent) und Jobs (34 Prozent) an vorderster Stelle, BAföG folgt mit großem Abstand, Stipendien und Darlehen tragen kaum zum Lebensunterhalt während des Studiums bei. Allerdings fließt der familiäre Geldstrom von Semester zu Semester immer spärlicher und wird am Ende des zehnten Semesters abrupt um mehr als die Hälfte gekappt.

Der Druck, seinen eigenen Lebensunterhalt zu bestreiten, spiegelt sich in einer steigenden Wochenarbeitszeit parallel zum Studium wider. Nur ein gutes Viertel (28 Prozent) der StudentInnen kann es sich leisten, gänzlich auf einen Studentenjob zu verzichten. Mehr als die Hälfte der Studierenden (54 Prozent) arbeitet zwischen 5 und 20 Stunden pro Woche. Die meisten der fünf Prozent „Workaholics“ unter den StudentInnen (mehr als 20 Stunden pro Woche) sind unter den höheren Semestern zu finden. „Das Curriculum lässt zu Beginn eines Studiums wenig Luft. Hinzu kommt, dass der akademische Nachwuchs mit zunehmender Studiendauer über mehr Know-how verfügt und somit als Arbeitskraft für die Unternehmen interessanter wird“, erklärt Olaf Kempin, einer von drei Geschäftsführern der univativ GmbH & Co. KG Darmstadt.

Praxis wichtiger als Geld
Als Motivation für den Studentenjob steht Geld erst an zweiter Stelle und wird mit 55 Prozent der Nennungen nur geringfügig bedeutender eingeschätzt als der mögliche Einstieg in ein Unternehmen über einen Studentenjob (54 Prozent); dieser Sprungbrett-Aspekt gewinnt vor allem gegen Ende des Studiums an Gewicht. Bei Studentenjobs kommt es vor allem darauf an, Erfahrungen in der Praxis zu sammeln, sagten 73 Prozent. Dieser Aspekt ist besonders bedeutend vor dem Hintergrund, dass 68 Prozent der StudentInnen sehr konkrete Vorstellungen davon haben, in welchem Umfeld sie nach Abschluss des Studiums arbeiten wollen – und zwar unabhängig davon, ob sie parallel zum Studium arbeiten oder nicht. Gut die Hälfte der StudentInnen (51 Prozent) hat kein Problem, Job und Studium unter einen Hut zu bringen. „Unsere Erfahrung ist, dass Studenten, die erfolgreich Projekte in Unternehmen stemmen, auch ihr Studium zügig zum Abschluss bringen“, ergänzt Kempin. Das geht besonders gut, wenn man die Semesterferien nutzt, um Praxisluft zu schnuppern, wie es 51 Prozent der StudentInnen tun. Erholung muss dabei nicht auf der Strecke bleiben. Nur einem Viertel bleibt keine Zeit – oder kein Geld – für Urlaub. Gut die Hälfte (51 Prozent) der Befragten gönnt sich einmal im Jahr einen Urlaub und lässt ihn sich durchschnittlich zwischen 300 und 1 000 Euro kosten.

Unternehmensimage für Studentenjob zweitrangig
Das Geld ist zwar nicht Triebfeder für den Studentenjob, wenn es aber darum geht, den Arbeitgeber auszuwählen, steht die Bezahlung an erster Stelle (vor allem bei den höheren Semestern), zusammen mit der Möglichkeit, selbstständig zu arbeiten (jeweils 88 Prozent). Großen Wert legen die meisten ebenso auf Teamarbeit und darauf, Verantwortung zu übernehmen (jeweils 84 Prozent). Internationale Ausrichtung, Image oder Sortiment des Unternehmens sind nebensächlich.

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Autorin / Autor: Pressemitteilung - Stand: 3. September 2008