Schmetterling gesichtet? Eintragen!

Die Deutsche Umwelthilfe startet eine Mitmachaktion, um herauszufinden, welche Schmetterlinge noch in unseren Vorgärten, Parks und Grünflächen leben

Schmetterlinge mit ihren farbenfrohen Flügeln und eleganten Bewegungen gehören für viele zu den faszinierendsten und vielfältigsten Insekten. Doch leider sind sie immer seltener in unseren Gärten, Parks und Wiesen zu sehen - nicht nur die Arten, sondern auch die Anzahl der Schmetterlings-Populationen geht drastisch zurück. Um auf die dramatische Situation aufmerksam zu machen, startet die Deutsche Umwelthilfe (DUH) eine neue Mitmach-Aktion, bei der noch bis zum 9. September 2022 alle dazu aufgerufen sind, Ausschau nach zehn Schmetterlingsarten in ihrer Umgebung zu halten und diese zu melden. Mit der Bestandsaufnahme zur Verbreitung der Schmetterlinge will die DUH den Handlungsdruck zum Schutz dieser wertvollen Insekten erhöhen.

„Es steht nicht gut um die bunten Flatterer. Davor dürfen wir nicht die Augen verschließen und genau darum geht es in unserer Aktion: Wir machen die Notsituation der Schmetterlinge sichtbar. Die gute Nachricht ist: Wir können ganz einfach gegensteuern und zwar indem wir einfach mal nichts tun und der Natur freien Lauf lassen. Weniger Rasenmähen, mehr verwilderte Flächen und heimische nektarreiche Blühpflanzen sind der Schlüssel für Schmetterlings-Oasen. Unsere Bestandsaufnahme liefert wichtige Erkenntnisse für den insektenfreundlichen Umbau unserer städtischen Grünflächen. Deswegen kommt es jetzt auf jeden gemeldeten Fund an!“ erklärt Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der DUH.

Bereits jetzt ist jede zehnte Schmetterlingsart vom Aussterben bedroht. Intensive Landwirtschaft, Überdüngung und der massive Einsatz von Pestiziden zerstören ihren Lebensraum, nehmen ihnen die Nahrungsgrundlage und schaden ihrer Gesundheit. In den Städten sieht es nicht viel besser aus: Viele Privatgärten bieten zu wenig Nahrungsquellen für die Falter und ihre Raupen. Dasselbe gilt für öffentliche Grünflächen wie Parks, Friedhöfe, Spielplätze und sogar Schulgelände. Um gegenzusteuern braucht es mehr heimische und nektarreiche Blühpflanzen sowie verwilderte Flächen.

Unterstützt wird die Aktion der DUH von den Naturfreunden Deutschlands sowie dem renommierten Schmetterlingsforscher Dr. Robert Trusch, der aktuell am Naturkundemuseum Karlsruhe tätig ist. „Die Artenvielfalt geht seit Jahrzehnten zurück. Bei einem Spaziergang findet man immer weniger unterschiedliche Schmetterlingsarten. Auch gibt es immer weniger Individuen in Feld und Flur. Deswegen wollen wir mit der Aktion feststellen, ob bestimmte Arten von der Bevölkerung noch gesichtet werden. Jede Beobachtung zählt!“, so Trusch.

Auf Grundlage der übermittelten Fundorte plant die DUH eine digitale Verbreitungskarte. 2023 sollen die Aktion fortgesetzt und die Ergebnisse aktualisiert werden.

Hier gehts zur Schmetterlings-Aktion 2022

Autorin / Autor: Redaktion/ Pressemitteilung