Kaum Vertrauen in gerechte Bewerbungsverfahren

Jede/r Dritte fühlt sich benachteiligt

Wer schon mal eine (Ausbildungs-)Stelle oder einen Job gesucht hat, wird wissen, wie schwer das ist, zu einem Vorstellungsgespräch geladen zu werden, und wie scheußlich es sich anfühlt, wenn die Mappe mit einer knappen Absage wieder zurück kommt. Oft liegt die Niederlage bei der Jobsuche nicht in der eigenen Unqualifiziertheit, sondern möglicherweise am Namen, an der Herkunft oder am Geschlecht. Fast jede/r dritte BundesbürgerIn hat sich bei der Jobsuche aufgrund des Alters, der Herkunft oder anderer persönlicher Angeaben schon benachteiligt gefühlt. Und weitere 26% kennen dieses Problem von FreundInnen oder Verwandten. Das ist zumindest das aktuelle Ergebnis einer Online-Umfrage des Hamburger Markt- und Trendforschungsinstituts EARSandEYES, bei der konkret nach Benachteiligung durch Alter, Geschlecht, Aussehen, Familienstand oder Herkunft bei einem Bewerbungsverfahren gefragt wurde. Eine Studie des Konstanzer Universitäts-Instituts für Zukunft der Arbeit (IZA) belegt ebenfalls, dass die Angabe eines ausländisch klingenden Nachnamens die Bewerbungschancen erkennbar verringert.

Dagegen soll nun das sogenannte anonymisierte Bewerbungsverfahren helfen. Hierbei wird die Bewerbungsmappe ohne Foto und ohne persönliche Angaben wie Name, Geburtsdatum und -ort abgeschickt. Der Vorteil, den sich viele davon versprechen ist, dass die Arbeitgeber die BewerberInnen dann tatsächlich nur noch nach ihrer Qualifikation beurteilen.

Modellprojekt zu anonymisierten Bewerbungsverfahren

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) will ab morgen mit einem Modellprojekt zu anonymisierten Bewerbungsverfahren einen Testlauf für zwölf Monate starten, um herauszufinden, ob sich wirklich etwas an der Einstellungspraxis ändert.

Wie die Umfrage herausfand, bewerten 66% der Befragten diese Idee positiv, allerdings nur aus Sicht eines Bewerbers. Vom Standpunkt eines Personalchefs aus gesehen, befürwortet aber nur noch jede/r Dritte diese Auswahlmethode.

Auch was die Wirksamkeit des anonymisierten Bewerbungsverfahrens betrifft, waren sich die Befragten uneins. 44% denken, dass es zumindest teilweise zu mehr Gerechtigkeit und weniger Diskriminierung führen kann, 49% stehen dem Ganzen jedoch eher skeptisch gegenüber. Alarmierenderweise sind nur 7% davon überzeugt, dass Bewerber schon heute ausschließlich nach ihrer Qualifikation ausgewählt werden.

An dieser repräsentativen Befragung nahmen 1.275 BundesbürgerInnen ab 18 Jahren teil.

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Autorin / Autor: Redaktion/Pressemitteilung - Stand: 24. November 2010
 
 
 

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