Ein Herz für zwei

Wettbewerbsbeitrag von Anna Wagner, 25 Jahre

Liebste Margerete,

ich schreibe diesen Brief, weil ich keine andere Möglichkeit gefunden habe.
Denn normalerweise kann ich mit dir über alles reden,
aber dieses Mal hättest du mir nicht zugehört.
Ich kenne dich gut genug, um das zu wissen.
Schließlich hatte ich die Ehre, für 52 Jahre dein Ehemann zu sein.

Zu sehen, wie du dich gefreut hast, als die Ärzte meinten,
dass sie einen geeigneten Spender gefunden haben,
hat mich sehr glücklich gemacht.
Du hast mir mit einem Strahlen im Gesicht von den Sachen erzählt,
die du noch in deinem Leben vor hast.

Ich weiß noch, wie meine Mutter damals mit einem Lächeln meinte:
„An diese Frau hast du also dein Herz verloren“.
Doch ich habe mein Herz nicht an dich verloren,
sondern durch dich habe ich es erst gefunden.
Und da ich Sprichwörter wie „Was man findet, darf man behalten“ nicht mag,
schenke ich dir nun mein Herz als Finderlohn.

Lebe deine Träume!
Schließlich bestimmt nicht eine Zahl das Alter,
sondern wie man sich fühlt.

Ich weiß, dass du Abschiede hasst und deswegen gibt es auch keinen.
Denn mein Herz ist nun unser Herz
und so schlägt ein Herz in zwei Brüsten
(meine Brust wohnt jetzt nur oben in den Sternen).

Bewahre es gut auf, bis wir uns wiedersehen.

Dein dich liebender

Werner

*

„Pochpoch“ schlägt ihr gemeinsames Herz in...
... ihrer Brust, während ihr die Tränen über die faltigen Wangen laufen.
... seiner Brust, während er hoch oben in den Sternen beobachtet, wie sich ein kleines Lächeln auf ihrem Gesicht ausbreitet.

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Stand: Juli 2022