Einstieg in die Kommunikationspsychologie...

... mit Friedemann Schulz von Thun und Paul Watzlawick

Triz Heider von kids-hotline

Eine Menge Fachinformationen erwartete die Gruppe. Dafür konnte die LizzyNet-Redaktion Triz Heider von 'kids-hotline' als Referentin gewinnen, die den 13 jungen Frauen die wissenschaftliche Ebene der Kommunikation anschaulich und praktisch näher brachte. Den Bogen zu den Aufgaben und Funktionen auf LizzyNet spannte sie immer wieder mit interessanten Beispielen und Aufgaben.

Eine kleine Einführung in die Kommunikationswissenschaft

Man kann nicht nicht kommunizieren. Das wusste der Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick schon vor vielen Jahren. Und da denkt man immer, reden sei so einfach. Aber wenn man sich das Ganze einmal von der wissenschaftlichen Seite anschaut, kommt man zu ganz neuen Erkenntnissen. Selbst dann, wenn man eigentlich gar nichts sagt, übermittelt man mit seinem Schweigen eine Botschaft, die entschlüsselt werden muss. Wenn du jemanden etwas fragst, dann kann ein Schweigen der anderen Person verschiedene Bedeutungen haben, zum Beispiel, dass sie keine Lust hat zu antworten, dass sie die Antwort nicht kennt oder am Ende, dass sie die Frage gar nicht gehört hat. Bei der Online-Kommuniaktion kommen sogar noch mehr Faktoren hinzu, die die Kommunikation erschweren können. Zum Beispiel, antwortet eime Userin im Chat ganz plötzlich nicht mehr. Du kannst nicht genau wissen, warum sie nichts mehr schreibt - noch weniger, als im realen Leben: Vielleicht ist ihr Computer abgestürzt? Oder bei ihr gibt es einen Stromausfall? Die Tastatur klemmt g? Oder hat sie einfach keine Lust mehr zu chatten? Ihre Eltern haben sie gerufen? Alles nur Spekulationen... Online geht man oft vom Schlechtesten aus und glaubt, der Andere halte es einfach nicht für nötig zu antworten. Das aber ist gerade als Scout eine Schlussfolgerung, die man nicht zu voreilig anstellen sollte.

Inhalt und Beziehung einer Botschaft

Beim Reden ist aber nicht nur die Sache, also der Inhalt des Gesprochenen wichtig, sondern auch die Beziehung, in der die beiden RednerInnen zueinander stehen. Da ist es von großer Bedeutung, ob du vielleicht mit deiner besten Freundin sprichst oder mit einer fremden Person. Unter Freundinnen kann man ganz anders reden. So genannte Insider bestimmen dann oft das Gespräch, womit andere nichts anfangen können. "Sei um 22 Uhr zu Hause!", lässt den Inhalts- und Beziehungsaspekt zwischen Eltern und Tochter klar erkennen: Zum einen der sachliche Inhalt, eben um 22 Uhr zu Hause zu sein, und dann die Beziehungsebene, dass Eltern Verantwortung tragen, sich Sorgen machen und auch bestimmen können, wann du zu Hause zu sein hast. Die Parallele zum Chat: Wenn dich jemand im Chat einfach so anschreibt, gibt es noch keine Beziehung. Aber in dem Moment, wo es die erste Botschaft gibt, signalisiert sie dir meist schon, was sie von dir hält: "Sie kann nämlich freundlich schreiben oder rotzig oder höflich und so weiter", erklärt Triz. Auch hier gibt es eine Unmenge an Möglichkeiten, wie du dir sicher denken kannst.

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Wie erreichst du die LizzyScouts?

Am besten über die Online-Liste. Diese findest du rechts oben über dem Button zum Ausloggen. Dort findest du dann die Rubrik LizzyScouts. Wenn jemand der Scouts online ist, erreicht du sie am schnellsten über eine Quickmessage (in der Online-Liste das Symbol mit der Sprechblase).

Komplementäre oder symmetrische Kommunikation

Das Ganze schien aber noch komplizierter zu werden. Triz veranschaulichte die  wissenschaftlichen Inhalte immer wieder an äußerst praktischen Beispielen, wie auch in diesem Fall: "Du bist blöd!" zeugt von einer schwachen Kommunikation, weil man darauf nicht mehr sehr viel antworten kann außer vielleicht: "Du auch!". Dies beschreibt eine platte, symmetrische Kommunikation, weil sie mit den gleichen Waffen zurück schlägt, aber die Unterhaltung nicht weiter bringt. Komplementär wäre es zum Beispiel gewesen, wenn die Antwort  "Nein, bin ich nicht!" wäre. Eine Argumentation, warum man eben nicht blöd ist, könnte hier noch folgen.

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Die vier Seiten einer Botschaft

Der Psychologe und Kommunikationswissenschaftler Friedemann Schulz von Thun beschreibt die Kommunikation im so genannten Nachrichtenquadrat und will damit sagen, dass ein einziger Satz vier verschiedene Aspekte beinhaltet. Dabei handelt es sich um die Inhaltsebene, die Beziehungsebene, die Selbstoffenbarung und den Appell. Das Foto links beschreibt sehr anschaulich, was damit gemeint ist (beim Draufklicken vergrößert sich das Foto). Aber das sollte zunächst genug Theorie sein. Den Lizzys rauchten schon die Köpfe. Kaffee und Kuchen kamen gerade recht, um die Inhalte zusammen mit den Leckereien zu verdauen. ;-) und ein Schwätzchen zu halten.

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Autorin / Autor: Susanne Hehl - Stand: 21. August 2007