Leuchtende Häuser für Respekt und Würde

Am 11. Oktober ist Welt-Mädchentag

Ob es unbedingt die Farbe Pink sein muss, um auf die Benachteiligung von Mädchen hinzuweisen? Schließlich kämpfen Feministinnen seit Jahren gegen die sogenannte Pinkifizierung, bei der alle Produkte, die angeblich speziell für Mädchen und Frauen produziert werden, in rosa daherkommen. Die alljährlich geführte Farbdiskussion soll jedoch nicht das positive Anliegen der Aktion überschatten, denn wenn viele öffentliche Gebäude - über Rathäuser, Kirchtürme, Schlösser, Fernsehtürme bis hin zu Marktplätzen - in kräftigem Magenta erstrahlen, will die Kinderhilfsorganisation Plan International Deutschland zum Welt-Mädchentag am 11. Oktober darauf aufmerksam machen, dass es noch viel zu tun gibt, bis Mädchen und Frauen auf dieser Welt gleichberechtigt sind.

Takeover-Aktionen
Zusätzlich zu der Beleuchtungsaktion übernehmen Mädchen in rund 1.000 sogenannten Takeover-Aktionen in 70 Ländern für einen Tag Führungspositionen in Politik und Gesellschaft, um dort ihre Anliegen sichtbar zu machen. Denn auch hier liegt noch einiges im Argen. Wie eine Analyse von Plan International zeigt, schneidet auch Deutschland bezogen auf politische Gleichberechtigung nur mittelmäßig ab. Auch wenn Deutschland seit über zwölf Jahren von einer Frau regiert wird, landet es im internationalen Vergleich von 135 Ländern nur auf Platz 13, so der Bericht.

„Mädchen und Frauen stellen die Hälfte der Weltbevölkerung, aber sie werden ständig unterschätzt, ausgebremst und übergangen. Wenn wir Gleichberechtigung erreichen wollen, müssen wir uns dafür stark machen, dass Mädchen und Frauen auf der ganzen Welt an allen Entscheidungsprozessen beteiligt werden und aktiv mitbestimmen können“, fordert Maike Röttger, Geschäftsführerin von Plan International Deutschland.

Dass es auch in Deutschland noch keine echte Chancengleichheit gibt, hat laut Analyse verschiedene Gründe: ungleiche Macht- und Entscheidungsstrukturen, die Unvereinbarkeit von Familie und Beruf sowie ungleiche Bezahlung. Politikerinnen würden in deutschen Medien zudem seltener genannt und wenn doch, dann werde häufig eher über Äußerlichkeiten oder ihr Privatleben berichtet statt über ihre Arbeit.

Weniger Bildung, schlechte Gesundheitsversorgung
Mit welchen Problemen Mädchen auf der ganzen Welt zu kämpfen haben – und was sie bewegen können, wenn sie die Chance dazu erhalten, hat das Kinderhilforganisation Unicef zusammengetragen. So leiden viele Mädchen zum Beispiel darunter, dass sie in ihren Familien weniger wertgeschätzt werden und weniger Freiheiten haben, aber dafür mehr im Haushalt arbeiten müssen. Weil in vielen Gesellschaften auch das Thema Menstruation immer noch ein Tabu ist, dürfen Mädchen während ihrer Periode zum Beispiel nicht zur Schule gehen.

Weltweit besuchen 34 Millionen Mädchen im Grundschulalter generell nicht die Schule. Selbst wenn das auf Jungen auch zutrifft, so betrifft es die Mädchen noch mehr. Besonders in Krisensituationen, nach einer Naturkatastrophe oder in Kriegen, leidet die Bildung von Mädchen. Laut Unicef ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie in einer solchen Notlage nicht mehr zur Schule gehen, mehr als doppelt so hoch wie bei Jungen.

Auch vom Thema Aids sind Mädchen eher betroffen: So sind zwei Drittel der 15- bis 19-Jährigen, die sich mit HIV neu infiziert haben, weiblich. Hinzu kommen Genitalverstümmelungen, Kinderehen, frühe Schwangerschaften und sehr, sehr viele Gewalterfahrungen. 15 Millionen Mädchen zwischen 15 und 19 Jahren sind weltweit schon Opfer von sexueller Gewalt geworden. Oft ist der Täter jemand aus dem nahen Umfeld des Mädchens – oder sogar der eigene Ehemann, zum Beipiel bei Kinderehen.

Gründe genug also für einen Welt-Mädchentag, der seit 2012 jedes Jahr am 11. Oktober begangen wird. Die Vereinten Nationen(UN) riefen ihn auf Initiative von Plan International aus.

Wenn ihr also in einer der rund 30 Städte hierzulande ein Gebäude, Wahrzeichen oder Denkmal in kräftigem Pink leuchten seht, dann denkt an die Mädchen in der ganzen Welt, die endlich eine bessere Zukunfft verdient haben!

Mehr Infos zum Internationalen Mädchentag findet ihr hier:

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Autorin / Autor: Redaktion/ Pressemitteilungen - Stand: 11. Oktober 2018
 
 

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