Öffentliche Kindheit

US-Studie: Viele Eltern verraten zu viel über ihre Kinder in sozialen Netzwerken

Viele Eltern präsentieren ihre kleinen Lieblinge in sozialen Netzwerken: stolz posten sie ihr süßes Baby beim ersten Brei, beim ersten Zahn, beim ersten Gang aufs Töpfchen samt Inhalt, bei Gehversuchen und all diesen niedlich tollpatschigen Unternehmungen. Und natürlich tauschen sie sich mit anderen Eltern aus: über Geschrei in der Nacht, merkwürdige Hautausschläge oder die Schwierigkeit, trocken zu werden.

In den USA sind es einer aktuellen Untersuchung zufolge bereits die Hälfte der Mütter und ein Drittel der Väter, die ihre Kinder auf Facebook, youtube, twitter & Co. zum Thema machen. Das Modewort "Sharenting" bezeichnet das Phänomen, wenn Eltern ihre Kinder mit der ganzen Welt teilen und dabei offenbar manchmal vergessen, dass sie ihrem Kind damit eine digitale Identität verpassen, die es nie wieder los wird. Denn spätestens wenn aus den Kindern Jugendliche geworden sind, die die sozialen Netzwerke selbst nutzen, könnte es peinlich werden. Wer will als Teenager schon ungeliebte Kinderbilder von sich auf Facebook finden oder in irgendeinem Forum über die eigene Bettnässerei lesen.

Wann geht "Sharenting" zu weit und wird zum "oversharing", wann werden die Persönlichkeitsrechte der Kinder verletzt, weil Eltern ihre Ticks beim Essen oder schlechte Schlafgewohnheiten mit Gott und der Welt teilen?

Mit diesen Fragen haben sich nun US-ForscherInnen von der University of Michigan auseinandergesetzt. Für ihre Studie befragten sie Eltern mit 0-4 jährigen Kindern nach ihren "Sharenting" Gewohnheiten. Dabei gaben 28 % der Befragten an, sich in sozialen Netzwerken zu Schlafgewohnheiten ihrer Kinder auszutauschen, 26 % machten Ernährung zum Thema, 19 % Disziplin, 17 % Kindergarten und Vorschule und 13 % Verhaltensprobleme ihrer Kinder.

Ist den Kindern das später vielleicht peinlich?
Immerhin machten sich zwei Drittel zumindest Sorgen darüber, dass Fremde zu viele Informationen über ihre Kinder erhalten oder gar die Bilder ihrer Kinder selbst weiter verbreiten könnten. Die Hälfte dachte darüber nach, dass die Kinder manche Inhalte später peinlich finden könnten. Drei Viertel der Befragten verwiesen auf andere Eltern, die peinliche Fotos und Geschichten oder so detaillierte Auskünfte preisgaben, dass der genaue Wohnort des Kindes nachvollziehbar wurde.

Die Forscher betonten, dass diese Art der Zusammenkunft für Eltern zwar sehr hilfreich sein könne, indem sie sich gegenseitig Tipps geben und ermutigen könnten. Sie betonten aber auch, dass Eltern verantwortlich für die Privatsphäre ihrer Kinder seien und auch dafür Sorge zu tragen hätten, dass diese heute und in der Zukunft gegeben sei.

Haben deine Eltern dich schon öfter mit der Welt "geteilt"?

Quelle:

Autorin / Autor: Redaktion / Pressemitteilung - Stand: 17. März 2015
 
 
 

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