Tanz der Vampire
Das Musical "Tanz der Vampire" ist ein wahres "Grusical" mit schauriger Atmosphäre! Childish hat sich eine Vorstellung für euch angesehen...
Die Geschichte von Professor Abronsius, dem wissbegierigen Vampirjäger, und Alfred, seinem unbeholfenen Gehilfen, beginnt in einer verschneiten Winternacht in Transilvanien.
Sie gelangen in das Wirtshaus von Chagal, in dem alle Bediensteten Knoblauchketten tragen. Angetan von dem offensichtlichen Geheimnis um den dortigen Vampirismus beschließt Abronsius dort einige Zeit zu verweilen. Alfred trifft währenddessen auf die wunderschöne Wirtstochter Sarah. Bei beiden schlägt die berühmte Liebe auf den ersten Blick ein. Doch nicht nur Alfred ist dem schönen Mädchen verfallen. Auch dem Grafen von Krolock, einem leibhaften Vampir, ist sie nicht verborgen geblieben! Getrieben von ihrer Abenteuerlust folgt Sarah dem Ruf des Grafen und begibt sich auf sein Schloss. Als ihr Vater Chagal, der sie zurückholen wollte, als Vampir zurückkehrt, nimmt Abronsius die Verfolgung auf.
Auf dem Schloss versuchen die beiden mit allen Mitteln, die Vampire auszulöschen, doch es gelingt ihnen nicht. Seinen Höhepunkt findet das Musical an dem Tanzabend, an dem Graf Krolock der Wirtstochter nicht länger widerstehen kann und seine Zähne in ihren Nacken versenkt. Noch bleibt sie ein Mensch – und Alfred und Abronsius gelingt es, mit Sarah zu fliehen. Doch sie entkommt dem Vampir nicht – nach einem letzten Duett mit Alfred beißt auch sie ihn und macht ihn so zu einem Vampir.
*Lustigster Charakter*
Ein belustigender Charakter war zweifellos der Sohn des Grafen, Herbert. Denn dieser Vampir ist schwul und sehr an Alfred interessiert. Dieser muss in einer Szene mit ihm tanzen und erkennt so, dass Vampire tatsächlich kein Spiegelbild haben.
*Alexander Klaws als Alfred*
Man erwartet viel von diesem Musical, das wohl jedem bekannt ist. Wenig jedoch von Alexander Klaws, der in der aktuellen Besetzung den jungen Alfred spielt. Es war mir schleierhaft, wie man aus einem Superstar einen Musicalsänger machen wollte, doch schon zu Beginn überzeugt er mit „He, ho, he“ als schüchterner, unbeholfener, verlorener Gehilfe. An einigen Stellen lässt seine Stimme zwar zu wünschen übrig, alles in allem allerdings hat er sich seine Rolle aber verdient. Am Ende des Musicals konnte ich mir keine bessere Besetzung für den jungen Alfred vorstellen...
*Meine Meinung*
Seinem Auftritt folgt ein wahres Spektakel und atemberaubende Tänze werden abgelöst von unglaublichem Gesang. Geniale Kostüme und eine exzellente Bühnengestaltung werden zu einem Ganzen und verleihen dem Stück eine schaurige Atmosphäre. Auch die Komik fehlt nicht, wenn sie auch sparsam, aber gleichzeitig effektiv eingesetzt wird. Matthias Dressel als Professor Abronsius verdient Respekt für das Gesangstempo in „Wahrheit“ und „Bücher, Bücher“.
Besonders hinreißend ist und bleibt jedoch Jack Rebaldi als Graf Krolock. Voller Begehren für die Wirtstocher, gespickt mit Humor und viel Gefühl, dargestellt mit einer Stimme, die ausnahmslos jeden in seinen Bann zieht. Ein Leckerbissen, von dem man sich gerne das Blut aussaugen lässt!
Faszinierend ist außerdem, dass auf dem Ball sowie bei dem Tanz von Alfred und Herbert, nur von den Menschen Spiegelbilder zu sehen sind, die Vampire jedoch unsichtbar bleiben. Ich wüsste gerne, wie sie dieses Kunststück vollbracht haben!
*Fazit*
Mit dem "Tanz der Vampire" hat Roman Polanski ein wahres "Grusical" geschaffen, dessen Besuch sich lohnt! Man müsste allerdings mehr Geld in der Tasche haben, wenn man gern gemütlich sitzt – der 1. und der 2. Rang des Theaters des Westens ließen jedenfalls nicht viel Beinfreiheit. Dies ist jedoch nur ein kleiner Makel – und er wird mit jedem weiteren Gesangsstück wettgemacht. Und obwohl es den Vampiren nicht möglich ist, den "König der Löwen" zu übertrumpfen, kann ich dieses Musical nur empfehlen. Wärmstens. – Blutwarm!
Autorin / Autor: childish - Stand: 30. März 2007