Abbitte - Zwischen Verlangen und Sünde
Anspruchsvoller Stoff zum Mitweinen und Mitdenken
Der Film „Abbitte“ beginnt am heißesten Tag des Jahres 1935. In einer wohlhabenden Familie beobachtet die jüngere Schwester Briony ihre ältere Schwester Cecilia in einigen Situationen mit dem Gärtner Robbie. Sie denkt, dass sie die Szenen versteht, aber sie tut es nicht. So kommt es, dass ihre Fantasie immer weiter mit ihr durchgeht, bis schließlich ein Verbrechen passiert und Briony eine schicksalhafte Aussage macht, die das Leben aller verändern wird. Sie wird erst viel zu spät erkennen, was sie damit angerichtet hat.
*Anspruchsvoller Stoff*
Am Anfang sieht man sich im Kinosaal auch von eher älteren Menschen umgeben, da dies eine Verfilmung eines anspruchsvollen Buches ist, doch davon darf man sich nicht abschrecken lassen, denn das, was man danach geboten bekommt, sollte man sich nicht entgehen lassen. Jede Rolle ist perfekt besetzt, jede kleine charakteristische Anmerkung ist perfekt in den Rollen umgesetzt und wirkt kein bisschen unrealistisch. So kommt es, dass man sich schnell und gut in die Geschichte „einlebt“. Jede Kleinigkeit wird bemerkt und man würde manchmal vielleicht auch das Falsche denken, wenn es nicht noch die besondere Ansichtsweise bei diesem Film gibt. Jede Szene, die Briony falsch versteht und sie dazu treibt, weiterhin zu fantasieren, wird auch aus der Sicht Cecilias gezeigt, und nun merkt man auch, wie harmlos diese Situationen eigentlich sind. Interessant finde ich auch, wie die anfangs geheime Liebe zwischen Robbie und Cecilia aufkeimt. Und diese Liebe ruft wahre Veränderungen vor. Besonders traurig wird es im Mittelteil, und man baut einen regelrechten Hass auf Briony auf, da sie daran Schuld ist, dass beide Hauptfiguren (Robbie und Cecilia) ein weiterhin trauriges aber hoffendes Dasein haben.
*Mitweinen, mitdenken*
Dadurch, dass die Rollen so gut verkörpert werden, wird man auch auf einer hohen emotionalen Ebene mitgerissen, und selbst mir sind am Schluss einige Tränen über die Wangen geflossen. Allerdings sollte man unbedingt erwähnen, dass man bei diesem Film auch richtig mitdenken muss, er ist auch kaum zum Schmunzeln (höchstens am Anfang 1-2 mal), er ist sehr ernst dargestellt, so wie man dieses Thema auch behandeln sollte. Ich denke, dass es nicht unbedingt ein Film für jedermann ist, da sich nicht jeder für dieses Thema begeistert. Uninteressierte werden sich schnell langweilen. Sollte man sich allerdings für anspruchsvolle Liebesdramen interessieren, wird man nicht enttäuscht werden und auf eine spannende und hinreißende Reise der unsterblichen Liebe gelangen.
*Verleih: Universal*
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Autorin / Autor: icedancing-xenia - Stand: 22. November 2007