What the bleep do we know?

Horizon Film Distribution
Was ist eigentlich Realität? Was Illusion? Wie funktioniert die Wirklichkeit?

"Gedanken sind so mächtig, dass sie alles mit einem Menschen anstellen können – auch Dinge, die angeblich gar nicht möglich sind, wie ihn übers Wasser gehen zu lassen.“
Klingt toll, oder? Genau das verspricht der Film „What the Bleep do we (k)now?“.
Nun will er aber nicht etwa eine Art universellen Zauberspruch liefern, der alle unsere Probleme auf einen Schlag löst, sondern eher klären, woher unsere Probleme eigentlich kommen. So kann man, laut dieses Films, regelrecht süchtig werden nach aller Art von Gefühlen – auch nach negativen, wie Schmerz oder Erniedrigung, weshalb manche Menschen immer wieder dasselbe Pech haben in ihren Beziehungen, im Beruf und allgemein im Leben. Sie kommen einfach nicht los von ihrer „Sucht“ nach Enttäuschung.

*Esoterik oder Quantenphysik?*
Aber selbst dieses ehrgeizige Vorhaben ist den Machern von „What the Bleep do we (k)now?“ noch nicht genug. Vielmehr wollen sie, so jedenfalls die Ankündigung im Klappentext, erklären „Was ist Realität, wer erschafft sie? Was sind Gedanken? Wo kommen sie her? (...)“.
Klingt alles sehr verwirrend? Ist es auch. Und, um ehrlich zu sein, trotz der oft wiederholten Erklärung, all die dargelegten Erkenntnisse seien der Quantenphysik entsprungen, konnte ich mich bis zum Schluss des Gefühls nicht erwehren, an einen Esoterik-„Lehr“film geraten zu sein.
Um den komplizierten – sei es nun wissenschaftlichen oder esoterischen – Inhalt dem Zuschauer verständlich zu machen, arbeitet der Film mit einer Mischung aus Animationen, Ausschnitten aus Interviews und Spielfilmsequenzen. Gerade letztere sind sehr aufwendig und detailreich aufgenommen und schaffen es mühelos, den Betrachter in ihren Bann zu ziehen. Was allerdings gerade wegen der sorgfältig mit Einzelheiten bestückten Handlung stört, sind die Unterbrechungen durch andere Stilelemente.

*Den roten Faden unterbrechen*
Obwohl die Macher von „What the Bleep do we (k)now?“ sich sichtlich bemüht haben, eine komplexe Botschaft allgemein verständlich aufzuarbeiten, erreichen sie, leider, meiner Meinung nach das direkte Gegenteil. Jedes Mal nämlich, wenn sich ein roter Faden herauskristallisiert hat, dem man gerne folgen würde, bricht der Bericht, das Interview und so weiter ab und es folgt eine Spielfilmsequenz – oder anders herum. Es stellt sich also die Frage, ob es nicht sinnvoller gewesen wäre, zwei Filme à 60 Minuten zu drehen, einen Spielfilm und eine begleitende Reportage, anstatt alles vorhandene Material in 108 unüberschaubaren Minuten zusammenzuschneiden.
Vielleicht erwecke ich jetzt den Eindruck, als sei der Film schlecht gemacht – das ist er auf keinen Fall, und es gibt wirklich dümmere Filme, die man sich anschauen könnte. „What the Bleep do we (k)now?“ ist es auf alle Fälle wert, angesehen zu werden, denn er bringt viele interessante Denkanstöße. Aber man sollte, wie so oft, wohl lieber kritisch an den Film herangehen, als alles bedenkenlos zu übernehmen, was er einem vorsagt. Dann kann er durchaus eine Bereicherung darstellen.

Autorin / Autor: pfefferminztea - Stand: 17. August 2007