Walk the Line

Ein Film zwischen Lachen und Weinen

Johnny Cash – Wer war das noch mal? Kenn ich den überhaupt? War das nicht so ein Country-Sänger? Jepp, richtig geraten. Johnny Cash wurde im Februar 1932 in Kansas geboren und verstarb im September 2003 in Nashville, Tennessee. Er war ein US-amerikanischer Country-Sänger, dessen Auftritte in Gefängnissen in den 60er Jahren legendär sind.

Warum ich euch das erzähle? „Walk the Line“ von James Mangold ist ein Biopic über Johnny Cash. Der Film spielt in den Jahren 1944 – vom Tod seines älteren Bruders an – bis ins Jahr 1968, wo er June Carter vor Publikum einen Heiratsantrag macht.

Und, wo wir schon bei Gefängnissen sind: Der Film beginnt vor einem grauen und düsteren Folsom State Prison. Krähen und Nebel, grimmig blickende Wärter draußen – und Musik und Rhythmus im Inneren. Johnny Cash (gespielt von Joaquin Phoenix) steht hinter der Bühne, betrachtet eine Kreissäge und reagiert nicht auf das Rufen der Gefangenen. Und dann beginnt der Film. Im Jahre 1944 stirbt Cashs älterer Bruder Jack an einem Unfall mit der Kreissäge. Der Vater gibt ihm die Schuld („Er hat den falschen Sohn geholt!“), und so wächst Cash mit dem Groll seines Vaters auf. Zwölf Jahre später scheitert seine Ehe an vielen Konzertreisen und Drogenexzessen. In June Carter (Reese Witherspoon), mit der er auf Tournee geht, findet er seine Traumfrau. Doch nach seinem Aufstieg als Musiker folgt der Absturz durch Drogen und romantische Rückschläge. So ähnlich jedenfalls versucht das Magazin „Cinemaxx Filmtipps“ uns zu überzeugen.

J.R., Johnny und meine Meinung

Meine persönliche Meinung: Der Film ist gut. Er ist toll. Ich finde ihn sehr gelungen; noch dazu, dass Joaquin und Reese die Songs selbst aufgenommen haben, das ist für mich ein großer Pluspunkt. Teilweise haben sie mich sogar mehr überzeugt als Cashs Originalstimme – was schon eine große Leistung ist. Verwirrend wird es etwas, wenn man nicht weiß, dass Johnny früher „J.R.“ hieß. Das wird nämlich nie richtig erwähnt – der Zuschauer bekommt nur mit, dass der Hauptdarsteller irgendwann nicht mehr „J.R.“ genannt wird. Außerdem ist der zweite Zeitsprung ziemlich groß – nachdem Johnny auszog, ist er bei der Armee, versucht seine Liebste (Vivian) zu einer Hochzeit zu überreden – und plötzlich wacht er neben ihr auf und hat eine Tochter. Aber meiner Meinung nach waren das die einzigen Mängel – ich liebte die Performances von Joaquin (inzwischen liebe ich Country-Musik) und die Duette zwischen ihm und Reese waren grandios! Ebenfalls gefallen hat mir die Verbindung zwischen Anfang und Ende – letztendlich wirkt der gesamte Film wie eine Erinnerung, als würde Cash dort stehen und sich innerhalb von Minuten an sein Leben erinnern. Kurz danach tritt er im Folsom State Prison auf – meine persönliche Lieblingsszene.

Ein Film zwischen Lachen und Weinen - und ein witziger Zusatz

Generell muss ich sagen: Dieses Biopic ist ein Film zwischen Lachen und Weinen. Man könnte wechselweise vor Lachen auf dem Boden liegen oder heimlich die Taschentücher hervorholen. Sehr gelungen! :)

Ein witziges Einbringsel war nebenbei Elvis: Als man Johnny zu Drogen überreden wollte, hieß es: „Elvis nimmt die auch!“

Autorin / Autor: Nebeltochter - Stand: 24. Februar 2006