LaFee - Secret Life
Gefühlvoll zieht sie die HörerInnen in ihren Bann
Wer wäre das nicht gerne? - Gerade mal 16 Jahre und schon ein Top Album und eine eigene DVD auf dem Markt. Genau das hat LaFee erreicht. “Secret Live” heißt die erste DVD von LaFee alias Christina Klein. Die DVD wurde am 23. September 2006 bei einem geheimen Konzert in Düsseldorf aufgenommen, bei dem nur 500 Gewinner eines Bravo-Gewinnspiels dabei sein durften. Wer bisher dachte, das Mädchen hat nichts drauf, wird auf der DVD schnell vom Gegenteil überzeugt. Es fängt schon beim ersten Lied “Was ist das” an, sie betritt gerade die Bühne und füllt sie mit ihrer Bühnenpräsenz auch sofort aus. Schon nach wenigen Minuten schafft sie es, jeden im Saal in den Bann zu ziehen, was man sehr schnell an den weinenden Mädchen in den ersten Reihen sehen kann. Der erste Höhepunkt ist das Lied “Sterben für dich”. Fast jedes Mädchen kennt es, unglücklich verliebt zu sein, genauso auch LaFee. Man merkt ganz genau, wieviel Gefühl in dieses Lied gelegt wurde. Inhaltlich geht es bei den Texten hauptsächlich um die Sorgen jedes Teenagers. Zumindest mir ging es so, dass ich mich mit fast jedem Lied identifizieren konnte. Etwas nervig ist das Drum Solo in der Mitte der DVD, das jedoch ganz schnell in den Höhepunkt des Konzertes über geht: “Die Sargszene” und somit auch das allseits bekannte Lied “Prinzesschen”, bei dem sie über verzogene Mädels aus einem reichen Elternhaus herzieht. Toll ist “Lass mich frei”, das um den täglichen Konflikt zwischen Vater und Tochter geht. Das schlimme daran ist nur, dass bei dem Lied einer ihrer Bandmitglieder auf die Bühne geht und mit LaFee anscheinend versucht einen Vater - Tochter - Streit darzustellen, was aber einzig und allein eine sinnlose Schreierei ist. Sehr schön ist die Ballade “Warum”, bei dem nicht auf technische Musikmixturen gesetzt wurde, sondern die einfach mal nur eine Keyboardbegleitung hat. Wie viele wissen, wurde Christina in der Schule gemobbt. Und man merkt, dass der Song auch LaFee sehr nahe geht. Der letzte Track ist dann noch “Virus“, den jeder kennt und singen kann, was das Publikum auch zu genüge beweist. Im großen und ganzen ist das Konzert sehr gut gelungen, da LaFee einfach alles gegeben hat. Mich störten hauptsächlich die Bandmitglieder, die wie eine schlechte Rammstein-Kopie immer mit im Bild waren und eigentlich überhaupt nicht zu LaFee passten. Was ich außerdem merkwürdig fand, war ihre Stimme. 60 Minuten lang war ihre Stimme geradezu perfekt, weswegen man vermuten könnte, dass es eine nachbehandelte Studioaufnahme war. Aber das kann eventuell auch daran liegen, dass es eben eine DVD ist und sich in der Realität vielleicht ganz anders anhörte.
Was die DVD Specials angeht ist die Auswahl eher mager. Es gibt ein Making of “Secret Live”. Das ist aber eher langweilig, es wird nichts besonderes gezeigt, ein Soundcheck, eine Probe und einige Interviews mit den Bandmitgliedern, die im Grunde genommen alle dasselbe erzählten. Etwas interessanter war das Making of “Mitternacht”. Da wurde ausführlich gezeigt, wie ihr Musikvideo gemacht wurde. Genauso war es mit dem 3. Special “Die Verwandlung”. Wenn man schon immer wissen wollte, wie Christina zu LaFee gemacht wird, sollte man es sich auf jeden Fall mal ansehen. Unbrauchbar ist die “Fan Fotogalerie”. Damit konnte ich einfach gar nichts anfangen, aus dem ganz einfachen Grund, dass LaFee auf den Bildern nur ein Pappaufsteller war und die Fans mich nicht interessierten.
Autorin / Autor: josie87 - Stand: 2. Januar 2007