La vie en rose

Exzesse, Liebe, Gesang - die Geschichte einer wahnsinnig tollen Frau und Chanteuse

Während ich diese Rezension schreibe, höre ich das allbekannte "Je ne regrette rien", um mir möglichst viele der wunderschönen, berührenden, verwirrenden und traurigen Eindrücke des Films "La vie en rose" zurückzuholen.

*Inhalt des Films*
Er lässt nichts aus; er beleuchtet Piafs gesamtes Leben – von der Kindheit im Bordell bis zu ihrer spektakulären und ebenso tragischen Karriere in Frankreich und den USA.
Geboren als Edith Giovanna Gassion wird sie mit 15 Jahren von Louis Leplée entdeckt, der sie als Chanteuse in sein Kabarett holt und ihr einen Namen gibt, der Edith später berühmt macht: Môme Piaf – Kleiner Spatz.
Ungeachtet ihrer Probleme steigt ihr Ruhm ins Unermessliche – ihre Tochter stirbt im Alter von zwei Jahren, man bezichtigt sie der Mitwissenschaft am Mord von Leplée; als ihre große Liebe, Marcel Cerdan, tödlich verunglückt, scheint ihr Tiefpunkt erreicht. Die Schmerzen ihrer darauf folgenden chronischen Krankheit betäubt die Chanteuse mit starken und überdosierten Medikamenten, von denen sie abhängig wird; hinzu kommen Alkoholexzesse und Entziehungskuren. Ihr Ruhm steigt.

*Das tragische Ende*
Ende der 50er Jahre bricht sie auf der Bühne zusammen; es wird eine unheilbare Krebskrankheit diagnostiziert. Der Spatz von Paris lässt sich davon nicht beeindrucken und setzt seine Tournee mit einer Krankenschwester fort. Am 10. Oktober 1963 - im Alter von nur 47 Jahren - stirbt Edith Piaf, der Spatz von Paris, in der Nähe von Grasse.

*Mein Augen blieben nicht trocken*
Der Film zeigt Piaf mit all ihren Klassikern – und erreicht seinen Höhepunkt, als die vom Krebs gezeichnete Frau ihr „Non, je ne regrette rien“ anstimmt, während vor ihrem geistigen Auge Erinnerungen ihres gesamten Lebens vorbeiziehen. Ich habe bisher keinen biographischen Film gesehen, der mich so sehr berührte. Der Beginn ist etwas verwirrend; man muss sich erst an die Wechsel zwischen der jungen und alten Piaf gewöhnen – sobald dies geschehen ist, wird der Film zu einem gewaltigen Spektakel, zu einer Mischung aus Exzessen, Liebe, Gesang.
Marion Cotillard („Ein gutes Jahr“) wird der Rolle des Spatzes von Paris mit Abstand gerecht. Meine Augen blieben jedenfalls nicht trocken. Edith Piaf war eine wahnsinnig tolle Frau und Chanteuse. Sie hat viel erreicht, hat sich nicht aufhalten lassen. Ich empfehle diesen Film all jenen, die den Charme jener Frau kennen lernen möchten – nicht zu vergessen ihre unglaubliche Stimme.

Und für mich steht eines fest: Wenn mein Ende gekommen ist, möchte auch ich sagen können: "Non, je ne regrette rien." – Ich bereue nichts.

Autorin / Autor: childish - Stand: 28. Februar 2007