Filmkritik Twilight - Wie ist der Roman umgesetzt?

Das heikle an einer Buchverfilmung ist ja immer, wie sehr der Film vom Buch abweichen darf...

Eines der vielen berühmten Dinge an Twilight sind die Zitate

Das heikle an einer Buchverfilmung ist ja immer, wie sehr der Film vom Buch abweichen darf. Und auch bei Twilight muss es schwer gewesen sein, einen 512 seitigen Roman in einen 121 minütigen Film zu bringen, vor allem, da so viele Leute die Bücher fast auswendig können, und jedes Detail bemerken, das nicht dem Buch entspricht. Zum Großteil ist dies der Drehbuchschreiberin Melissa Rosenberg und der Regisseurin Catherine Hardwick meiner Meinung nach sehr gut gelungen, doch es gab auch einige Stellen, die einem vernachlässigt erscheinen, wenn man das Buch mit dem Film vergleicht: Das, was ich persönlich am schlimmsten fand, war die eigentliche Schlüsselszene der ganzen Geschichte: Der Nachmittag an der Lichtung. Im Buch planen die beiden den Ausflug, Edward möchte Bella die Lichtung als Überraschung zeigen. Die gesamte Szene ist sehr romantisch und zauberhaft. Im Film allerdings geht Bella, nach dem sie am Abend zuvor zu dem Schluss gekommen ist, dass Edward ein Vampir ist, an der Schule an ihm vorbei ohne mit ihm zu reden und in den Wald hinein. Dort läuft er ihr dann hinterher, und „zwingt“ sie, das Wort „Vampir“ zu sagen. Dann schmeißt er sie sich fast schon auf den Rücken und rennt mit ihr zu der Lichtung, die eher matschig als verzaubert aussieht. Dort ist dann alles ganz schnell vorbei und Edwards Glitzern (Die Twilight-Vampire glitzern in der Sonne) wirkt alles andere als überzeugend und eher wie eine billige Computeranimation, was es ja auch ist. Eines der vielen berühmten Dinge an Twilight sind die Zitate. Die bekanntesten sind „And so the lion fell in love with the lamb“, „You’re exactly my brand of heroin”,“If I could dream at all, it would be about you.” und viel, sehr viel mehr. In dieser Stelle sind viele Fans wohl enttäuscht worden, es kamen sehr wenig der berühmten Zitate vor. Das war zwar schade, aber hätte man das Buch nicht gelesen, hätte man nichts vermisst. Die Beziehung von Bella und Edward baut sich im Roman durch viele Dialoge auf, für die im Film schlicht und einfach zu wenig Zeit war. So ist es vielleicht für „Außenstehende“ (Non-Twilighters :) ) etwas unverständlich, wie nahe sich Bella und Edward auf einmal stehen. So viel zu den Unterschieden zwischen Film und Buch.

Nicht so viel Action wie befürchtet

Aber wie auch die Buchvorlage besteht der Film genau genommen aus zwei Teilen: Zuerst der Bella-und-Edward-Teil und dann ein Actionabschnitt. Als Bella nämlich den Cullens bei einem Baseballspiel zuschaut, kommen plötzlich fremde Vampire. Aber diese Vampire ernähren sich nicht wie die Cullens von Tieren: Diese Vampire trinken menschliches Blut. Und einer der drei hat es auf Bella abgesehen: James. Er fühlt sich, wenn auch nicht so extrem wie Edward, stark von dem Geruch von Bella angezogen. Und dann beginnt eine wilde Verfolgungsjagd… Mir haben die drei Schauspieler Rachelle Lefèvre als Victoria, James Gefährtin, Edi Gathegi als Laurent, der auch zu der Gruppe der s.g. Nomade gehört und vor allem Cam Gigandet als James sehr gut gefallen. Die finale Kampfszene, die in einem Ballettsaal stattfand, war sehr gut und spannend. Auch wenn es etwas brutal aussah, als die kleine, zierliche Alice James den Kopf abriss… Durch die Trailer hatte ich befürchtet, dass der Film sich zu sehr auf den Actionteil beziehen würde, was aber nicht der Fall war, obwohl schon ziemlich am Anfang zusätzliche Szenen mit den bösen Vampiren eingebaut worden sind.

Spannend für alle

Alles in allem ist Twilight, obwohl er wie die meisten Buchverfilmungen qualitativ die Bücher nicht einholen kann, ein spannender, romantischer, außergewöhnlicher und interessanter Film, sowohl für Fans der Bücher als auch für die, die noch nie etwas von Bella und Edward gehört haben.

Autorin / Autor: Alica Müller - Stand: 10. Dezember 2008