KHADAK
Mongolisches Märchen über die Vertreibung aus der Natur und die Zerstörung einer Kultur.
Der 17 jährige Bagi ist ein Schafhirte und lebt mit seiner Nomadenfamilie in der eiskalten Steppe der Mongolei. Er hat ein besondere Gabe – Bagi ist in der Lage, die Tiere auch über eine größere Entfernung aufzuspüren. Als er während eines schweren Schneesturms die Fährte eines verlorenen Schafes aufnimmt, wird er von der Schamanin seines Dorfes aufgeklärt: Wie sein Vater, hat auch er die Fähigkeiten eines Schamanen. Er jedoch sträubt sich gegen diese ererbte Fähigkeit bis sein Schicksal eine radikale Wendung nimmt.
Sein friedliches Leben als Schäfer endet in dem Augenblick als das Militär seiner und anderen Familien im Umkreis erklärt, dass ihre Tiere verseucht seien. Auf Geheiß des Staates müssen sie in Bergbausiedlung umziehen, wo allen eine neue Arbeit zugewiesen wird. Bagi kann sich im Gegensatz zu seiner Mutter nicht an sein neues Leben gewöhnen und vermisst Land und Tiere. In der Siedlung trifft er auf die Kohlediebin Zolzaya und zusammen mit ihr versucht er sich gegen das Militärregime aufzulehnen, da ihm durch seine immer wiederkehrenden schamanischen Fähigkeiten klar wird, dass es niemals eine Tierseuche gab und sie nur auf Grund ihres Landbesitzes vertrieben wurden...
Das alles weiß man, wenn man sich die Zusammenfassung des Inhalts durchgelesen hat und mein Rat ist: Das sollte man auf jeden Fall tun! Ich habe den Film sozusagen „unwissend“ angesehen und war erstmal ziemlich verwirrt, weil ich keinen Schimmer hatte, worum es in dem Film jetzt genau geht. Erschwert wird der Durchblick durch den Film besonders durch den Verzicht auf zu viele Dialoge. Diese wurden dafür aber großzügig durch mongolischen Gesang und Stimmungsbilder ersetzt, die zugegebenermaßen ziemlich eindrucksvoll sind. Der Film hat zwar mit 104min keine Überlänge, trotzdem sollte man Zeit und Ruhe mitbringen, denn es ist kein Film, den man sich nebenbei ansehen sollte. Auch wenn der genaue Handlungsverlauf unklar bleiben sollte, vermittelt der Film doch sehr eindringlich das Leid, das Bagis Volk zu erleiden hat.
„Khadak“ ist übrigens ein aus dem Glauben entsprungener Schal, der den Besuchern zur Begrüßung um den Hals gelegt wird. Eigentlich ist dieser Schal, weiß oder durchsichtig, aber im Film haben sie blaue Khadaks, die den Volksstamm symbolisieren sollen.
*Erschienen bei: Farbfilm Home*
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Autorin / Autor: jinah - Stand: 12. Januar 2009