Jeder braucht einen Engel
Ein Film über bedingungslose Freundschaft
Tom ist nicht zu beneiden. Seine Eltern sind geschieden und seine Mutter will ausgerechnet diesen Schnösel heiraten. Tom braucht eine Auszeit und fährt zu seiner Lieblingsruine. Dort will er sich eigentlich nur ausruhen und lehnt sich an eine Wand. Plötzlich wird er nach hinten gezogen und befindet sich zwar am gleichen Ort, aber ist mitten im zweiten Weltkrieg. Er bekommt Hilfe von May, einem gleichaltrigen Mädchen. Sie nimmt ihn mit auf ihre Farm, wo er von Mays Adoptiveltern mit offenen Armen empfangen wird. Es stellt sich heraus, dass Tom die Rettung für die traumatisierte May sein kann. Sie vertraut sich ihm an und es entwickelt sich eine innige Freundschaft – über die Zeiten hinweg…
Kinder des Krieges
Wenn eines in diesem Film richtig gut zur Geltung kommt, dann ist es das eigentliche Thema der Freundschaft. Alles andere, was die Filmemacher unterbringen wollten, finde ich nicht sehr schön umgesetzt. Der Film spielt in Südengland und versucht, die vom Krieg gebeutelte Generation – vor allem die der Kinder damals – darzustellen. Diesen Anspruch findet ihr eher in der Verfilmung Edelweißpiraten von 2001 erfüllt. (Film über eine Kölner Widerstandsgruppe aus dem zweiten Weltkrieg).
Der Film hat vor allem Charme
Bei den Kostümen und der Location punktet der Film jedoch wieder. Soweit zum äußeren Erscheinungsbild. Die Charaktere sind durchweg sehr schlüssig. Genau richtig gewählt für einen Kinderfilm sind sie einfühlsam und einfach zu verstehen. Der Film hat vor allem Charme. So wird Tom ein bisschen grün um die Nase, als er den Schinken probiert. „Das schmeckt ja richtig nach Schwein!“, protestiert er. So kommt der Unterschied zwischen dem verwöhnten Tom und der Kriegsgeneration sehr schön zur Geltung.
Für Kinderaugen gut
Schauspielerisch ist der Film ebenfalls konsequent, und die Bilder auf der Farm bestechen durch ihre Ausleuchtung. Der Film wurde zu Recht auf Kinderfilmfestivals gelobt. Denn mehr darf man von dieser Low-Budget-Produktion aus dem Jahr 2002 - mit Liebe zum Detail - nicht erwarten. In Kinderaugen hat der Film bestimmt viel Moral und Witz.
Die Extras der DVD
Diese Liebe zum Detail wird leider bei den Extras der DVD nicht umgesetzt. Schlechte Zusammenfassungen des zweiten Weltkrieges und der Situation von Kindern im zweiten Weltkrieg erwartet da den interessierten Nutzer der Extras. Dazu gibt es noch schlampige Stundenpläne und Kalender, die mit einer verpixelten Grafik bestechen wollen. Die Biografien der Schauspieler sind dafür ein wenig ausgereifter und machen mehr Spaß.
Autorin / Autor: Friederike - Stand: 21. April 2009