Die Tränen des Krokodils

Studie: Pestizideinsatz im Bananenanbau schädigt Brillenkaimane

Bananen - die Leibspeise der Welt - man möchte meinen, diese tolle Frucht steht nur für Gutes und Gesundheit und kann keiner Fliege etwas zuleide tun. Nur leider müssen wir euch diese Illusion nehmen, denn wie neue Forschungsergebnisse der Stellenbosch University in Süd Afrika jetzt zeigen, schadet der intensive Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in den Bananenplantagen den in Naturschutzgebieten lebenden Krokodilen.

Untersucht wurde die Region Tortuguero in Costa Rica, dort ist der aus der Familie der Alligatoren stammende Brillenkaiman zuhause. Das - zugegeben nicht gerade freundlich aussehende Tier - ist eine der häufigsten Arten von Krokodilen in Zentralamerika. Es ist ein Süßwasser-Raubtier und dafür bekannt, sehr anpassungsfähig zu sein. Seine Leibspeise sind nicht Bananen, sondern Fische und Krebstiere; größere Exemplare vertilgen auch schonmal ein Wildschwein zu Mittag. In früheren Zeiten waren Brillenkaimane wegen ihrer Haut sehr beliebt und wurden deswegen gejagt. Heute sind zwar wieder weiter verbreitet, aber nun macht ihnen ein Giftcocktail zu schaffen, wie das Team der Stellenbosch University herausfand. Es sammelte Blutproben von 14 erwachsenen Kaimanen und analysierte sie auf Spuren von 70 Pestizid-Arten. Dabei stellten sie fest, dass die Krokodile, die in der Nähe der hochintensiven Bananenwirtschaft an der Wasserscheide des Rio Suerte lebten, höhere Pestizid-Belastungen hatten als ihre Artgenossen an weiter entfernten Orten. Von den neun Pestiziden, die in ihrem Blut nachgewiesen wurden, waren sogar sieben besonders giftige Insektizide, die seit der Stockholmer Konvention 2011 verboten sind. Schuld daran seien laxe Vorschriften und Kontrollen, so das Forscherteam: "Auch wenn Bananenplantagen wirtschaftlich wichtig sind für Costa Rica - die schleichende Zerstörung der Ökosysteme macht es aber notwendig, dass eine ordnungspolitische Infrastruktur entwickelt wird." 

Die erhöhte weltweite Nachfrage nach Obst aus fernen Ländern habe den Pestizideinsatz in Zentralamerika in den vergangenen zwanzig Jahren mehr als verdoppelt. "Bananenplantagen sind ein großes Geschäft in Costa Rica; schätzungsweise werden 1,8 Millionen Tonnen pro Jahr exportiert, 10 Prozent der Weltproduktion", so Studien-Autor Paul Grant. "Das Klima des Landes Nord-Ost ist ideal für Bananen, jedoch fließt der Rio Suerte durch diesen großen Bananen produzierenden Bereich und landet anschließend im Nationalpark Tortuguero." Was er mitführt sind die Gifte, die die Bananen vor Insekten schützen sollen. Die Nebenwirkungen sind nicht nur kranke Krokodile, sondern wahrscheinlich auch das ganze Ökosysten drumherum.

Autorin / Autor: Redaktion/ Pressemitteilung - Stand: 23. September 2013
 
 
 

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