Druck auf der Arbeit? Zusammenarbeit hilft!

Stressreport Deutschland 2012 veröffentlicht

Multitasking, Zeitdruck, Monotonie und Störungen bei der Arbeit - darüber klagen immer mehr Berufstätige laut "Stressreport Deutschland 2012", den die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) jetzt veröffentlicht hat. Ihre Aufgabe ist es, Entwicklungen in der Arbeitswelt zu beobachten. Dabei scheint die psychische Belastung weder Hierarchiegrenzen zu kennen, noch scheint es keine Branche zu geben, in der das nicht so ist. Über Stress berichten sowohl Führungskräfte als auch Mitarbeiter.

Bemerkenswert ist aber, dass über die Branchen und Berufe hinweg mindestens vier von fünf Erwerbstätigen über ein gutes soziales Klima am Arbeitsplatz berichten. Kollegen würden sie unterstützen, häufig werde gut zusammen gearbeitet und es herrsche ein Gemeinschaftsgefühl. Zudem können viele der Befragten ihre Arbeit selbst planen und einteilen. Diese Faktoren tragen dazu bei, die Belastungen zu bewältigen. Positiv herausfordernde Arbeit ist also förderlich für Gesundheit, Wohlbefinden und mentale Fitness. Problematisch ist Arbeit nur dann, wenn sie dauerhaft überfordert.

Zwar gehören IngenieurInnen und NaturwissenschaftlerInnen beispielsweise zu den SpitzenreiterInnen hinsichtlich psychischer Belastungen. Dennoch gibt diese Berufsgruppe die wenigsten gesundheitlichen Beschwerden an. Herausforderungen bei der Arbeit und ihre erfolgreiche Bewältigung wirken sich also grundsätzlich positiv auf die psychische Gesundheit aus. Mangelt es dagegen an Handlungsspielräumen oder sozialer Unterstützung, geben die Betroffenen mehr gesundheitliche Beschwerden an und schätzen ihren Gesundheitszustand häufiger als schlecht ein. Hierzu gehört beispielsweise die Gruppe der "sonstigen Fertigungsberufe, Bergleute und Mineralgewinner".

Beim Thema Erholung zeigen die Daten allerdings Handlungsbedarf. So lässt mittlerweile jeder vierte Befragte seine gesetzlich vorgeschriebene Pause ausfallen, obwohl Erholung wichtig für die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Beschäftigten ist. Deutliche Auswirkungen auf die Gesundheit haben auch die vielen Restrukturierungsprozesse von Unternehmen, die besser durch das Management begleitet werden müssten. Im Vergleich zu 2006 sehen die Beschäftigten aber weniger wirtschaftliche Gefahren für sich und ihren Betrieb. Die Angst vor einem Verlust des Arbeitsplatzes in den kommenden sechs Monaten ist gesunken.

"Der Stressreport Deutschland 2012 zeigt, dass es keine Lösung von der Stange gibt", sagt Isabel Rothe, Präsidentin der BAuA. "Hier gibt es zu viele Unterschiede zwischen Branchen und Berufen. Seine Daten decken jedoch Handlungsbedarf auf und geben uns wichtige Hinweise, wo Handlungsspielräume und Unterstützung bei der Arbeit gestärkt werden können." Als Beispiele nannte die BAuA-Präsidentin Beschäftigte mit überlangen Arbeitszeiten, die auf Pausen verzichten, oder eine bessere Begleitung von Reorganisationen.

ArbeitsschützerInnen in den Betrieben sollten psychische Belastungen und Anforderungen stärker in den Blick nehmen, aber dabei nicht nur Gefährdungen, sondern auch gesundheitsförderliche Aspekte betrachten.

Der Stressreport beruht auf Befragungen von rund 20.000 Beschäftigten zu Arbeitsbedingungen, Beanspruchung und gesundheitlichen Beschwerden.

Der Bericht "Stressreport Deutschland 2012. Psychische Anforderungen, Ressourcen und Befinden" kann im PDF-Format hier heruntergeladen werden.

Wie kommst du auf der Arbeit klar?
Autorin / Autor: Pressemitteilung - Stand: Januar 2013