Zehn gute Gründe für ein MINT-Studium

Der MINT-Report 2011 ist erschienen

Dass ein MINT-Beruf (MINT = Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) sichere Zukunftsperspektiven bietet, hat sich inzwischen herum gesprochen, untermauert wird diese Tatsache nun mit aktuellen Zahlen und Fakten, die im MINT-Report 2011 zu finden sind. Demnach ist in den letzten Jahren die Erwerbstätigkeit der MINT-AkademikerInnen in Deutschland kontinuierlich gestiegen. Selbst im konjunkturell sehr ungünstigen Jahr 2009 nahm die Erwerbstätigkeit von MINT-Akademikern gegenüber dem Jahr 2008 um 61.500 zu. Dabei sind MINT-Fachleute nicht nur in der Industrie tätig, auch Banken und Versicherungen brauchen immer mehr analytisch exzellent ausgebildete MINT-AkademikerInnen. Das Institut der deutschen Wirtschaft geht davon aus, dass 115.000 Fachkräfte in diesen Berufen gebraucht werden, eine Zahl die künftig nicht durch die jährlich zu erwartende Zahl an Hochschulabsolventen in den MINT-Fächern gedeckt werden kann.

MINT-Abschlüsse bieten Flexibilität und Führungsperspektiven
Wer ein MINT-Studium absolviert hat, kann sich auf schonmal auf einen Chef(innen)-Sessel freuen: Im Jahr 2009 hatten 41,6 Prozent der MINT-AkademikerInnen eine leitende Positionen inne. Bei anderen AkademikerInnen waren es hingegen nur 34,8 Prozent. Viele MINT-AkademikerInnen arbeiten in der Geschäftsführung und -leitung von Unternehmen. Folglich qualifiziert eine MINT-Ausbildung neben dem Forschen, Entwickeln und Konstruieren ebenso für das Leiten und das Management. Letztere Tätigkeiten sind damit nicht den wirtschaftswissenschaftlichen Qualifikationen allein zuzuordnen. Gerade bei Unternehmen, die technisch hochkomplexe Produkte herstellen, besteht hier spezifischer Bedarf an MINT-Qualifikationen. Nahezu alle GeschäftsführerInnen von Betrieben im Maschinenbau verfügen über ein Ingenieurstudium.

MINT bietet in zunehmendem Maße Sicherheit

Ein weiterer Vorteil eines MINT-Studiums ist eine geringe Suchzeit beim Übergang vom Studium in den Beruf. Selbst im Krisenjahr 2009 betrug die durchschnittliche Dauer lediglich 2,8 Monate, sonstige Akademiker suchten im Schnitt 4,6 Monate lang. Dazu kommt, dass MINT-AkademikerInnen in der Regel unbefristete Arbeitsverträge haben. Im Jahr 2009 waren nur 10,1 Prozent der MINT-Akademiker im Vergleich zu 12,6 Prozent aller sonstigen Akademiker befristet beschäftigt. Selbst im Jahr 2009 schätzten MINT-Absolventen ihre Beschäftigungssicherheit sehr positiv und deutlich höher ein als sonstige Akademiker.

MINT bietet sehr gute Einkommensperspektiven, schafft hohe Autonomie und Zufriedenheit

MINT-AbsolventInnen der Fachhochschule verdienen bereits zum Berufseinstieg mehr als der Fächerdurchschnitt aller Universitätsabsolventen. Verglichen mit AkademikerInnen in sonstigen Berufen konnten Akademiker in MINT-Berufen ihren Einkommensvorsprung beim Stundenlohn von 15 Prozent im Jahr 2000 auf 25 Prozent im Jahr 2009 ausbauen. Das führt zu hoher Zufriedenheit: Bei Befragungen ergab sich, dass sechs der acht zufriedensten Fachrichtungen aus dem MINT-Segment kommen.

MINT-Berufe bieten Chancen zum Bildungsaufstieg

Im Durchschnitt der Jahre 2001 bis 2009 waren MINT-Berufe die Top-Berufe für soziale AufsteigerInnen und stehen für sozialen Aufstieg durch Bildung, da Aufstiegschancen hier am wenigsten vom elterlichen Bildungshintergrund abhängig sind. Von allen erwerbstätigen AkademikerInnen in Ingenieurberufen hatten 74 Prozent Eltern, die selber nicht studiert haben. Bei den sonstigen MINTBerufen beträgt dieser Anteil 69 Prozent. Damit stehen die MINT-Berufe an der Spitze des Aufstiegsrankings vor Wirtschaftswissenschaftlern und Lehrberufen (67 Prozent), sozial- und geisteswissenschaftlichen Berufen (65 Prozent), Medizinern (50 Prozent) und Juristen (43 Prozent). Auch wenn man nur die aktuellen Absolventenjahrgänge betrachtet, haben die MINT-Berufe ihren Vorsprung vor den sonstigen akademischen Fachrichtungen erfolgreich verteidigt und bieten weiterhin die fächerübergreifend besten Chancen für akademischen Bildungsaufstieg.

MINT-Berufe sind zunehmend für Frauen attraktiv

Seit Beginn des Jahrtausends stieg die Erwerbstätigkeit weiblicher MINT-Akademiker um 51 Prozent auf inzwischen knapp 450.000. Dies entspricht einem durchschnittlichen jährlichen Beschäftigungswachstum in Höhe von 4,7 Prozent oder 16.700 Personen. Damit liegt die relative Beschäftigungsdynamik bei weiblichen MINT-Akademikern deutlich höher als bei ihren männlichen Kollegen, deren Erwerbstätigenzahl im Vergleich zum Jahr 2000 um 28 Prozent gestiegen ist. Diese überproportional positive Beschäftigungsentwicklung weiblicher MINT-Akademiker hat dazu geführt, dass der Frauenanteil unter erwerbstätigen MINT-Akademikern von 17,1 im Jahr 2000 kontinuierlich auf 19,5 Prozent im Jahr 2009 gestiegen ist. Die Zahl arbeitsloser Frauen in MINT-Berufen ist nachhaltig und sogar nochmals stärker als die Zahl arbeitsloser Männer gesunken.

MINT macht innovativ

Die innovativen Branchen in Deutschland setzen sehr stark auf MINT-Qualifikationen. So sind unter den erwerbstätigen Akademikern in den Branchen Forschung, Maschinenbau, Fahrzeugbau und Chemie zwischen 60 und 80 Prozent MINTler zu finden. MINT-Akademiker werden überproportional stark von den sich abzeichnenden Innovationstrends wie der Energiewende, der Elektromobilität oder dem europäischen Lissabon-Ziel, bis zum Jahr 2020 im Durchschnitt mindestens drei Prozent der Wirtschaftsleistung in Forschung und Entwicklung zu investieren, profitieren.

MINTInitiativen zeigen Wirkung

Im Oktober 2011 waren bundesweit rund 240.000 Stellen in den hochqualifizierten MINTBerufen zu besetzen. Zeitgleich waren in diesem Segment nur noch knapp 74.000 Arbeitslose gemeldet. Die Fachkräftelücke beträgt rund 167.000. Zwischen 70 und 80 Prozent aller MINTArbeitslosen finden innerhalb eines Jahres wieder eine neue Beschäftigung. Im Vergleich zum Jahr 2000 ist die MINT-Arbeitslosigkeit um mehr als 50 Prozent zurückgegangen. In vielen relevanten Indikatoren wie der MINT-Ersatzquote oder der Studienabsolventenquote konnten deutliche Fortschritte erzielt worden. Die frauenspezifischen MINT-Indikatoren wie etwa der Anteil weiblicher MINT-Absolventen oder die MINT-Quote unter den weiblichen Erstabsolven liegen jedoch noch deutlich unterhalb der ambitionierten Zielwerte.

Deshalb ist es nach wie vor wichtig, dass Projekte wie MINTrelation sich darum kümmern, mehr Mädchen über diese Berufe zu informieren und sie zu einer Ausbildung oder zu einem Studium zu motivieren. Dies sieht auch Gabriele Sons, die Hauptgeschäftsführerin des Arbeitgeber-Verbands Gesamtmetall so; in ihrem Statement zur Vorstellung des „MINT-Report 2011“ erklärte sie: "am vergangenen Donnerstag hatte ich in Bielefeld die Gelegenheit, ein Projekt mit zu eröffnen, in dem Ingenieurinnen, Facharbeiterinnen und Auszubildende als sogenannte „Botschafterinnen“ interessierte Schülerinnen an die MINT-Berufe heranführen wollen. Ich darf Ihnen sagen, ich war sehr beeindruckt von der Kompetenz und dem Selbstbewusstsein dieser Frauen, die alle in technischen Berufen höchst erfolgreich arbeiten. Gelernt habe ich dabei, dass es für den Sprung in die Technik ganz unterschiedliche Anstöße gibt: das kann der heimische Bauernhof sein, wo man schon früh Traktor fahren durfte – oder auch Technik-Unterricht in der Schule. Das Projekt nennt sich „MINTrelation“, weil es um die Beziehung der jungen Schülerinnen zu den MINT-Berufen geht. Gesamtmetall fördert dieses Vorhaben und es ist uns ein besonderes Anliegen, es zum Erfolg zu bringen. Vielleicht macht es anschließend auch in anderen Regionen in Deutschland Schule. MINTrelation ist nur ein Beispiel für unser breites Engagement zugunsten der MINT-Qualifikationen. Wir brauchen eine ganze Menge solcher Bausteine für die Zukunft der Metall-und Elektroindustrie."

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Autorin / Autor: Pressemitteilung/Redaktion - Stand: November 2011