SoFi-Brille her!

Ein astronomisches Großereignis!

Zwischen Erde und Sonne...

Bestimmt erinnern sich viele von euch noch an die Sonnenfinsternis von 1999. Damals stand der Mond für einige Minuten zwischen Erde und Sonne und ließ den Tag zur Nacht werden. Am 8. Juni wird ein vergleichbares Ereignis stattfinden: ein Venustransit. So nennt man es, wenn die Venus, der zweitinnerste Planet unseres Sonnensystems, sich zwischen Erde und Sonne befindet. Man kann sie dann als kleines Scheibchen vor der Sonne entlanglaufen sehen. Dieses Ereignis ist zwar nicht ganz so spektakulär wie eine Sonnenfinsternis, dafür aber viel seltener; es tritt alle 122 bzw. 106 Jahre in Paaren mit je 8 Jahren Abstand auf. Zum Vergleich: im 20. Jahrhundert fand kein einziger Venustransit statt, dafür gab es aber 228 Sonnenfinsternisse. Kein Mensch, der momentan lebt, konnte je einen Venustransit beobachten – und es ist eher unwahrscheinlich, dass wir ein zweites Mal die Chance haben, so etwas zu sehen, denn dafür müssten wir wohl 2012 auf die Fidschi-Inseln fliegen oder bis 2118 warten.

Historische Bedeutung

Für die Astronomen des 18. und 19. Jahrhundert war der Venustransit äußerst wichtig, da sie mit Hilfe komplizierter trigonometrischer Berechnungen die so genannte Astronomische Einheit (AE), den Abstand Erde-Sonne, berechnen und somit Strecken im Universum „messen“ konnten. Der Weltumsegler Captain Cook entdeckte bei einer Fahrt zur Beobachtung des Venustransits von 1769 Neuseeland, Australien und Tahiti. Heute kann man die AE sehr viel genauer und ohne jahrelange Forschungsreisen durch Radarmessungen berechnen, und das Beobachten des Transits ist nicht mehr von so großer Bedeutung.

Unser Projekt

Ich habe von dem Venustransit durch die Jugendakademie Mannheim erfahren, eine Einrichtung, die SchülerInnen von Mannheimer Schulen ermöglicht, ein breites Spektrum an Wissensgebieten näher kennen zu lernen. Am Tag des Transits werde ich zusammen mit etwa 30 anderen Jugendlichen auf die Landessternwarte Heidelberg fahren, dort den Venustransit beobachten, alle möglichen Daten messen und selbst die AE berechnen. Damit nehmen wir an einem internationalen Projekt teil: Wir stellen unsere Daten ins Netz und vergleichen sie mit Daten, die z.B. aus Südafrika kommen, denn nur mit Vergleichswerten, die weit entfernt von unserem Standpunkt gemessen werden, können wir die AE gut berechnen.

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Autorin / Autor: idiamana - Stand: 1. Juni 2004