Ramsch-Kultur

Warum billig teuer ist

Heutzutage kaufen wir nicht mehr, um unseren Hunger zu stillen und uns vor Kälte zu schützen. Es geht sogar nicht nicht mal mehr darum, uns unsere Wünsche zu erfüllen oder uns eine Freude zu machen. Konsum-ForscherInnen sind der Meinung, dass wir kaufen, weil wir es können. Und wir können, weil alles so billig ist. Und wo? Zum Beispiel in den "Teures-Billig-Läden", den "Knüller-Kisten" oder wie sie sonst noch alle heißen. "Erlebnisshopping für Arme" nennt es Trendforscher Peter Wippermann, obwohl nicht nur diejenigen mit wenig (Taschen-)geld in diesen skurrilen Warenhäusern einkaufen, wo Gurkengläser direkt neben Diddl-Notizblöcken im Regal stehen und sich auf dem Wühltisch Unterhosen mit Sonnenbrillen und Karteikarten vermischen - alles für 1 Euro oder noch besser 50 Cent.

Sekt von Aldi
Doch seit Geiz geil ist, hat der Drang zum Billigkauf fast alle Bevölkerungsschichten erreicht. Es gehört beinahe zum guten Ton, SchnäppchenjägerIn zu sein, egal wieviel man im Portemonnaie hat. Leute in Designer-Klamotten stoßen mit Champagner von Aldi an, jetten mit einem Billigflug von Ryanair zum Shoppen nach Paris und bestellen ihre Markenjeans zum günstigen Dollarkurs in den USA.

Verführer
Ob das Herumgejette der Umwelt schadet, ob die Waren aus Asien von Kinderhänden produziert wurden, ob der Kauf vietnamesischer T-Shirts Arbeitspätze in Deutschland vernichtet oder das Weltklima durch immer längere Transportwege zerstört wird, ist uns in dem Moment egal, wo wir ein Schnäppchen machen können. Es fällt uns noch nicht mal ein, auch wenn wir sonst gar nicht so unkritisch sind. Die kleinen Preise haben es in sich, das sind richtige Verführer!

Ramsch und Luxus
Allerdings sind wir nicht bei allem so geizig. Während wir für das T-Shirt bei H&M nur 5,99 Euro hinlegen, geben wir mal locker 40 bis 50  Euro im Monat für die Handyrechnung aus oder lassen unser Geld in teuren Spaßbädern. Ramsch und Luxus schließen sich nicht mehr gegenseitig aus, sondern werden mehr und mehr marktbestimmend. Neben den Billig-Discountern machen auch die Edelfirmen wie Armani und Louis Vuitton das Geschäft. Angebote der mittleren Preisklasse hingegegen haben kaum noch Chancen. Und das betrifft fast alle Waren, seien es Lebensmittel oder Klamotten oder Elektronik.

Aber was tun?
Sich in nur noch in Askese üben? Sparen kann man auch ohne Verzicht auf's Handeln und konsumieren. Warum nicht mal nur e i n Teil kaufen, dass zwar etwas teurer ist, aber dafür fair produziert? In Eine-Welt-Läden gibt es auch schöne Kleinigkeiten für wenig Geld und selbst die Kleidung ist nicht viel teurer als bei Esprit. Außerdem gibt es ja auch noch die guten alten Second-Hand-Läden, die inzwischen auch in modernerem Outfit daherkommen, die Flohmärkte und natürlich das Internet-Auktionshaus Ebay, in dem es wirklich alles gibt, was das Herz begehrt, ohne die Umwelt zu belasten und Kinder auszubeuten. Und den Thrill, ob man das begehrte Stück tatsächlich ersteigert hat, gibt's dazu ;-)

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Autorin / Autor: ~rosi~ - Stand: 24. Mai 2005
 
 
 

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